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Dreiste Nutzungsbedingungen auf Geocaching.com
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Geocaching - Am Rande
Geschrieben von: DasLangeSuchen   
Montag, den 13. Dezember 2010 um 12:00 Uhr
paragraphBeim ersten Anmelden, aber auch beim Veröffentlichen eines Geocaches, ist es zwingend erforderlich, zu bestätigen, die Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiert zu haben. Viele von uns – mich eingeschlossen - werden diesen Haken setzen, ohne sich darüber im Klaren zu sein, welche Inhalte diese Nutzungsbedingungen insgesamt haben.
 

Besonders bedenklich finde ich den Paragraphen der Nutzungsbedingungen, welcher die Rechte Groundspeaks an den übermittelten Inhalten regelt.

 

6. License to Use Submissions

All comments, articles, tutorials, screenshots, pictures, graphics, tools, downloads, and all other materials submitted to Groundspeak in connection with the Site or available through the Site (collectively, "Submissions") remain the property and copyright of the original author. If You submit Submissions to Groundspeak, You must adhere to any applicable submission guidelines that may be posted from time to time on the Site. By submitting any Submission to Groundspeak, You grant Groundspeak a worldwide, non-exclusive, transferable, perpetual, irrevocable, fully-paid royalty-free license and right to use, reproduce, distribute, import, broadcast, transmit, modify and create derivative works of, license, offer to sell, and sell, rent, lease or lend copies of, publicly display and publicly perform that Submission for any purpose and without restriction or obligation to You.

Quelle: Geocaching.com Nutzungsbedingungen in der aktuell gültigen Fassung vom 10. Juni 2009

 

Narrenfreiheit für Groundspeak

Relativ offen formuliert Groundspeak hier in juristischem Englisch, dass man als Autor nicht nur die uneingeschränkten Verwendungsrechte an den übermittelten Inhalten, sondern auch an den Inhalten, welche man über die Webseite (Geocaching.com) verfügbar macht, einräumt.

Dies bedeutet, dass Groundspeak über Inhalte frei verfügen kann, auch wenn Sie auf externen Webseiten/Servern liegen. Diese Inhalte kann Groundspeak beliebig nutzen und z.B. verkaufen, ohne dass dem Autoren gegenüber Verpflichtungen entstehen.

So dürfte Groundspeak z.B. die Cachelistings an Eventagenturen verkaufen, welche diese dann gegen Entgelt in bezahlte Geocachingtouren einbinden.

 

Blick über den Tellerrand

Opencaching.de

In den Nutzungsbedingungen von Opencaching.de ist im Bezug auf Nutzungsrechte an übermittelten Inhalten nichts zu finden. Dies verwundert – ohne entsprechend eingeräumte Rechte dürften die übertragenen Inhalte nicht einmal zur Veröffentlichung auf Opencaching.de im Rahmen des Listings/der Logs genutzt werden.

Opencaching.com

Garmin fordert vergleichbare Rechte auf Opencaching.com, beschränkt sich dabei aber nur auf die über diese Plattform veröffentlichten Inhalte.

Fazit

Für die online gestellten Inhalte fordert Groundspeak unverschämt weitgehenden Nutzungsrechte an Bildern, Texten und anderen Medien. Werden an anderer Stelle Autoren-/ Fotografiewettbewerbe mit ähnlichen Nutzungs-/ Teilnahmebedingungen häufig boykotiert, hat man hier leider auf Grund der geringen Anzahl an Alternativen nur wenig Wahlmöglichkeiten.


Beachtet Ihr die Nutzungsbedingungen?

Ja - 20.6%
Bisher nicht - zukünftig vielleicht schon - 45.1%
Nein - 34.3%

Total votes: 102
The voting for this poll has ended on: 13 Jan 2011 - 11:45

Kommentare (15)
  • Phil1982
    avatar

    das Beispiel mit den Eventagenturen ist aber schon sehr weit hergeholt...

  • DasLangeSuchen  - Weit hergeholt
    avatar

    ist das Beispiel vielleicht schon, aber nicht völlig abwegig.
    (Warum sollte ich als Eventagentur ein Produkt kaufen, welches auch so verfügbar ist?)

    Doch Groundspeak kann mit den Inhalten (auch z.B. Bildern) tun und lassen, was sie wollten.

    Ich kenne einen Fall eines Fotowettbewerbes, in denen der Veranstalter die eingereichten Bilder über eine Agentur weitervermarktet hat. Dies war auch über ähnlich lautende Punkte in den Teilnahmebedingungen gedeckt.

  • Carsten
    avatar

    Opencaching.de sagt zumindest in der Datenschutzbelehrung "Caches sowie Logeinträge und Bilder zählen nicht zu den persönlichen Daten und werden von uns ebenfalls an Dritte weitergegeben.". Ansonsten verlief da bis jetzt ja jede öffentliche Diskussion darüber, unter welche Lizenz die Daten gestellt werden sollten, im Sand, weil man sich nicht so sicher ist, wie Open man wirklich sein möchte. In der Beschreibung der API wurde übrigens auch erst nachträglich eingefügt, dass man gesonderten Nutzungsbedingungen unterliegt, wie auch immer die aussehen mögen: "Fuer die Nutzung des XML-Interface ist eine gesonderte Nutzungserlaubnis durch den Betreiber von opencaching.de notwendig. Darin wird geregelt, auf welche Art und Weise die bezogenen Daten genutzt werden duerfen."

    Von daher verstehe ich dein Problem nicht ganz. GC.com macht im Endeffekt nichts anders, außer das sie es ganz klar in die Nutzungsbedingungen schreiben. Du räumst jeder Plattform ein Nutzungsrecht an deinen Cachelistings und der damit verbundenen auf den jeweiligen Servern hochgeladenen Daten ein. Aber eben auch nur die Daten, die du auf die Server der Listingplattform hochlädst. Daten auf externen Servern gehören da nicht dazu.

  • DasLangeSuchen
    avatar

    Gerade weil es sich nicht um perönliche Daten handelt, hätte ich diesen Hinweis nicht in der Datenschutzbelehrung vermutet.

    Im Übrigen wird bei Opencacing.de auch nur auf die Nutzungsbedingungen verwiesen, welche aber zum Thema eingeräumtes Nutzungsrecht keine weiteren Vereinbarungen enthält.

    Das Problem, das ich sehe, liegt darin, dass Groundspeak sich Nutzungsrechte sichert, die weit über das hinaus gehen, was für den Betrieb der Plattform erforderlich wäre.

  • lovertux
    avatar
    Zitat:
    Dies bedeutet, dass Groundspeak über Inhalte frei verfügen kann, auch wenn Sie auf externen Webseiten/Servern liegen. Diese Inhalte kann Groundspeak beliebig nutzen und z.B. verkaufen, ohne dass dem Autoren gegenüber Verpflichtungen entstehen.

    Vorsicht! Ist das gesichertes Wissen? Ich kann aus dem englischen Text keine Rechte an externen Inhalten ableiten. Hier wird sich lediglich auf "Submissons" bezogen. Darunter verstehe ich, nur den an Groundspeak gesendeten Inhalt.

    Generell ist das aber gängige Praxis. Wenn ich einen Server betreibe und zur Verfügung stelle, würde ich mir auch ein uneingeschränktes Nutzungsrecht für die nicht personenbezogenen Daten einräumen lassen. Sonst müsste ich ja bei allem um Erlaubnis fragen. Eine rechtsverbindliche Formulierung zu finden, die alle zukünftigen Spielarten des Geocachings Rechnung trägt und zugleich die Urheberrechte wart, ist sicher ziemlich schwierig.

    Ob ich dieses Nutzungsrecht, dann in vollem Umfange auch ausübe, steht ja auf einem ganz anderen Blatt. Bisher kann ich mich da allerdings nicht beklagen.

  • DasLangeSuchen
    avatar
    Zitat:
    submitted to Groundspeak in connection with the Site [b]or available through the Site[/b]
  • Schnueffler  - Nichts Neues
    avatar

    Und was ist daran neu? Diese Nutzungsbedingungen hat Groundspeak schon seit mindestens 6 Jahren (damals sind sie mir das erste mal so aufgefallen) drin stehen und niemand hat sich beschwert.

    Wenn Du erst jetzt bemerkst, was Du bei jedem veröffentlichten Cache anklickst, dann tut es mir leid, wundert mich aber auch, dass Du nicht schon früher auf die Schnauze gefallen bist. Sowas solltest Du Dir IMMER durchlesen.

  • DasLangeSuchen  - Nichts Neues
    avatar

    Die Nutzungsbedingungen existieren schon seit 2003, und ich habe sie gelesen, sonst würde ich nicht drüber schreiben. :wink:

    Zitat:
    was Du bei jedem veröffentlichten Cache anklickst

    So viele sind's bei mir (noch) nicht, daher bin ich vor Kurzem das erste Mal über diese Formulierung gestolpert. :wink:

  • Anonym  - re:
    avatar
    DasLangeSuchen schrieb:
    sich Nutzungsrechte sichert, die weit über das hinaus gehen, was für den Betrieb der Plattform erforderlich wäre.

    Das sehe ich nicht so. Sie sichern sich nur ab, was die Nutzung der Daten angeht. Da geht es z.B. um so triviale Dinge wie das Einbinden von Bildern aus Caches/Logs auf der Startseite. Außerdem hat Groundspeak so die Möglichkeit, die Seite mit neuen Ideen weiterzuentwickeln, ohne bei jeder Kleinigkeit extra die User fragen oder die Nutzungsbedingungen anpassen zu müssen, wenn eine Idee mit User-Content arbeitet.

  • Carsten  - der anoynme Kommentar war von mir
    avatar

    Kommt davon, wenn man vergisst, den Namen einzutragen.

  • DasLangeSuchen  - Hört sich für mich aber anders an...
    avatar

    Groundspeak kann auf Basis der Inhalte nicht nur die Webseite weiterentwicklen.

    Zitat:
    right to use, reproduce, distribute, import, broadcast, transmit, modify and create derivative works of, license, offer to sell, and sell, rent, lease or lend copies of

    Mit diesen Nutzungsbedingungen können die Inhalte auch in völlig andere Geschäftsfelder transferiert werden, ohne dass der Autor etwas dagegen unternehmen kann.

  • -jha-
    avatar

    Na klar darf Groundspeak das alles.
    Erstaunlich, dass es Leute gibt, denen das NICHT bewusst war bislang.

    Andernfalls würde deren Geschäftsmodell nicht funktionieren. Schließlich verkaufen die Pocketqueries an andere Kunden. Oder an Hardwarehersteller wie für's "Geomate jr".

    Im Grunde ist es es eine Lizenz die der Creative Commons "CC-by" entspricht.
    http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/

    Was daran dreist sein soll? Das ist bei Flickr oder Google auch nicht anders.
    Selbst bei Opencaching.de nicht! Denn KEINER dieser Anbieter sagt z.B. "CC-by-NC" (Attributierung & noncommercial) oder gar "CC-by-ND-NC" (Attributierung, noncommercial, keine abgeleiteten Werke).

    Will sagen: Willkommen in der Realität!

  • DasLangeSuchen  - Der Vergleich mit der
    avatar

    "CC-by"- Lizenz hinkt. Groundspeak darf auch ohne Namensnenung des Autoren - ohne dass dieser ausdrücklich verzichtet - das Werk weiterverwerten.

    Im Rahmen z.b. der PQ's (welch übrigens z.B. keine Bilder beinhalten) könnte man dies durch aus autorenfreundlicher gestalten.

    Das dies funktionieren kann, sieht man z.B. bei Fotocommunity. :wink:

    Man muss nicht immer alles so aktzepieren wie es ist.

  • Meinereiner
    avatar

    Was nutzt es einer Eventagentur, wenn sie eine "Tour" bezahlt, der Owner bekommt es mit und archiviert einfach seine Tour und baut vor Ort alles ab.

    Also im Endeffekt ist es immer alles relativ

    Die Theorie ist hier halt doch nicht Praxistauglich ;)

  • Anonym
    avatar

    Davon abgesehen, dass die Nutzungsbedingungen von jeher bekannt waren, frage ich mich, was denn mit den wertvollen Daten für tolle Dinge gemacht werden sollen.
    Den Verkauf von Listings an Eventagenturen halte ich für abwegig. Die stümpern lieber ihr eigenes Zeug zusammen und die Faulen und Reichen darunter, die sich 30$ leisten können, werden auch so an die Listings kommen.
    Mit "tftc"-Logs wird sich kaum ein Buch veröffentlichen lassen und mit Bildern von 180kb kann man mangels Qualität in den Medien auch nichts anfangen.
    Es braucht sich niemand Sorgen zu machen, dass ihm durch externe Nutzung durch die "Verbrecherbande" Millionen durch die Lappen gehen. :roll:

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