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Langenselbold: Geocachen von Amts wegen verboten?
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Geocaching - Am Rande
Geschrieben von: DasLangeSuchen   
Mittwoch, den 01. Juni 2011 um 12:03 Uhr

Einige Cache-Owner, die Ihre Dosen in der Region Langenselbold versteckt hatten haben in den letzten Tagen enttäuscht festgestellt, dass einige Ihrer Dosen zwangsarchiviert wurden. Dort wurde in großem Maßstab die Archivierungskeule geschwungen, glaubt man der Diskussion in der Grünen Hölle, waren überwiegend 08/15 Tradis betroffen, schaut man im Geocaching Wetterau Forum, war auch die eine oder andere nette Dose mit dabei. Ich kenne zwar die örtlichen Gegebenheiten nicht, möchte mich aber dennoch mit dem Thema auseinandersetzen.

Hohe Dosendichte lockte Statistikcacher an

Vor der Archivierungswelle wies das betroffene Gebiet eine recht hohe Dichte an Tradis auf. Alleine dieser Umstand, viele Punkte auf engem Raum lockt eine Vielzahl an Cachern an, die schnell Ihre Statistik aufbessern wollen. Eine entsprechend höhere Belastung für die umliegende Natur geht durch den häufigen Besuch mit einher, selbst wenn alle Cacher sich umsichtig verhalten. Dass solche Dosen auch häufiger nachts bei Dunkelheit gesucht werden, selbst wenn im Listing steht, dass dies zu vermeiden ist, ist unbestritten.

Konflikte vorprogrammiert

Zum Teil liegen die Dosen schon seit mehr als drei Jahren, ohne dass es Hinweise auf Probleme gegeben hat, doch mit steigender Anzahl an Geocachern und auch mit steigender Cache-Dichte steigt das Potential für Konflikte mit Naturschützern, Förstern und Jägern. Vor allem letztere, welche für „ihren" Wald vermutlich eine nicht unerhebliche Jagtpacht entrichten müssen fühlen sich in ihrem Revier gestört und wenden sich an den Grundeigentümer, die der Stadt Langenselbold.

Dieser wiederum wendet sich an Groundspeak bzw. Opencaching.de und bittet um eine Archivierung der Geocaches.

Caches werden archiviert

Selbstverständlich reagieren die Plattformen und schicken die betroffenen Geocaches ins Archiv.

Hallo Owner,

auf Bitten der Stadt Langenselbold (der scheinbar der Wald, Grund und Boden gehört, auf dem sich der Cache befindet) wird dieser Cache archiviert und das Listing gesperrt. Bitte entferne deinen Cache so schnell wir möglich.

Bei Fragen bitte entweder direkt an die Stadt Langenselbold oder an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. wenden.

[...]

Interessant an diesem Archivierungs-Log finde ich vor allem die gefettete Stelle. Der Reviewer scheint sich nicht einmal selbst sicher zu sein, ob der Beschwerdeführer überhaupt der zuständige Eigentümer ist.

Unverständliche Aktion – aber auch nachvollziehbar

Für eine Region, die mit den Wander- und Freizeitmöglichkeiten für Naturfreunde in Wäldern, Natur- und Auenschutzgebieten wirbt, ist eine solche Archivierungsaktion aller in einem Gebiet liegen Geocaches mir völlig unverständlich. In anderen Regionen wird das Geocachen gezielt gefördert um Naturschutz und Nutzer in Einklang zu bringen und Menschen wieder mehr in die Natur zu bringen.

Das problematische Dosen archiviert gehören, steht außer Frage, aber ob dieser Weg der richtige ist, wage ich zu bezweifeln.

Doch stehen dem Grundbesitzer, gerade wenn eine Vielzahl an Dosen auf seinem Eigentum versteckt ist, kaum andere Wege zur Verfügung, als über die Plattform zu gehen. Oft genug weiß er nicht einmal, wie gut vernetzt Geocacher untereinander sind und sich auch ohne Eskalation Lösungen finden lassen.

Kommentare (13)
  • Schrottie
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    Was da in LSB abgelaufen ist, ist sicherlich nicht okay, aber ich denke mal ich habe das Maximum dessen herausgeholt, was es herauszuholen gab. Theoretisch wären nämlich weitaus mehr Caches betroffen gewesen, als es letztlich tatsächlich waren. Frag nicht was mich das an Nerven gekostet hat, bei reichlich Unwissenheit und Lernresistenz ruhig und diplomatisch zu bleiben und die Angelegenheit halbwegs positiv ausgehen zu lassen. :oops:

  • DasLangeSuchen
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    Ich kann es mir vorstellen, wie man da auf beide Seiten mit Engelszungen einreden muss, um einen Kopromiss zu finden.

    Leider findet der Einsatz, den sowohl Ihr bei OC, als auch die Reviewer bei GC, im Hintergrund leistet selten einmal einen Weg in die Öffentlichkeit.

  • Bursche
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    Ich war auch erst schockiert, als ich las, dass hier scheinbar willkürlich archiviert wurde. Ein Blick auf die Cachekarte lies mich dann aber stutzig werden. http://maps.geocaching.de/gm/index.php?lat=50.175335000000004&lon=9.03 8518&zoom=12 Es scheint sich um 2 oder 3 relativ kleine Waldgebiete zu handeln, ansonsten ist die Cachekarte in und um Langenselbold noch immer prall gefüllt. Es handelt sich damit wohl nicht um eine wahllose Archivierung sondern um eine räumlich sehr begrenzte Aktion.

    Warum die Stadt (oder war es doch der Landkreis)hier tätig georden ist, ist leider nach wie vor unklar. Aus den Foren drängt sich aber der Verdacht auf, dass die betroffenen Caches sehr hohe Besucherzahlen aufwiesen. Ich bin mir aber fast sicher, dass dies nicht allein der Grund war.

    Es ist zu befürchten dass einige wenige Geocacher so unangehehm aufgefallen sind, dass sich die Stadt zu diesem Schritt entschlossen hat. Hinzu kommt bei solchen Statistikfeldern die ungeheure Anzahl an Logs. Liegen dort 30 Caches und werden diese an einem Wochenende nur von 10 Teams besucht ergibt das 300 Logs. Wenn man dies (bewusst oder unbewusst) falsch interpretiert, kommt man auf 300 Besucher an einem Wochenende!

    Letztendlich bleibt dies alles aber Spekulation! Ich gehe aber davon aus, dass sich zumindest das OC-Team der Sache angenommen hat und versuchen wird, die Angelegenheit zu entschärfen.

    Erschreckend ist aber, dass wenige Kilometer entfernt, eine neue Waldrunde gelegt wurde. (Natürlich von einer Sockenpuppe) Und dass diese Runde vermutlich wieder sehr viele Geocacher anlocken wird, vermutlich werden wieder einige dabei sein, welche die Runde auch mal eben nachts machen oder die alternative Parkmöglichkeiten austesten oder sonstigen Unfug veranstalten... und wieder wird das Bild der Geocacher von denjenigen geprägt, mit denen ich scheinbar gar nichts gemeinsam habe.

    Damit bleibt ein pessimistische Fazit: Wenn wir es alleine nicht geregelt bekommen, dann wird man es von oben regeln!

  • Anonym  - re:
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    Bursche schrieb:
    Warum die Stadt (oder war es doch der Landkreis)hier tätig georden ist, ist leider nach wie vor unklar. Aus den Foren drängt sich aber der Verdacht auf, dass die betroffenen Caches sehr hohe Besucherzahlen aufwiesen. Ich bin mir aber fast sicher, dass dies nicht allein der Grund war.

    Es war die Stadt selbst, und das überhaupt nicht wegen der Besucherzahlen. Man hatte dort genaugenommen nicht den Hauch einer Ahnung was Geocaching ist und wie es funktioniert. Und auch in einem fast eine Stunde langen Telefonat ist es nicht gelungen, den Verantwortlichen davon zu überzeugen das hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird.

    In der Endkonsequenz blieb dann übrigens nichts weiter übrig als alle wirklich offensichtlich innerhalb von Wäldern gelegenen Caches zu archivieren und damit die Aufmerksamkeit von etlichen weiteren abzulenken. Streng genommen hätten nämlich locker dreimal soviel Caches archiviert werden müssen.

  • Bursche
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    Und hat er dir verraten, wie er auf die Idee kam, diese Geocatsching zu verbieten? Hat er sich morgens beim Rasieren überlegt, was könnte ich heute wohl verbieten? Oder hat sich jemand beschwert? Was war der Anlaß der Beschwerde? Lief da eine Familie mit ihren Kindern durch den Wald und die haben eine "Schatzkiste" gefunden, was dann jemand so sehr verärgert hat, dass er auf´s Rathaus gerannt ist?

    Da muss doch irgendwas vorgefallen sein. Und vermutlich nicht nur einmal!

  • Schrottie  - re:
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    DasLangeSuchen schrieb:
    Leider findet der Einsatz, den sowohl Ihr bei OC, als auch die Reviewer bei GC, im Hintergrund leistet selten einmal einen Weg in die Öffentlichkeit.


    Naja, der Einsatz der Reviewer beschränkte sich hier, wie leider sehr oft, auf das Archivieren. Zeit und Nerven musste in diesem, sich schon seit Anfang April hinziehenden Fall, nur ich lassen. :(

  • Schrottie  - re: re:
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    Anonym schrieb:
    ...


    Naja, "Anonym" war das nicht, das war ich. ;)

    Blöd das man hier andauernd alles neu eintragen muss... :confused:

  • Schrottie  - re:
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    Bursche schrieb:
    Und hat er dir verraten, wie er auf die Idee kam, diese Geocatsching zu verbieten?


    Auf die Idee kam sein Vorgesetzter, er sollte nur umsetzen. Genaue Gründe wurden dabei nicht genannt, es fiel aber in die Zeit "toller" Fernsehsendungen wie bspw. "Der letzte Bulle". Da wurden wir sowieso mit einer Welle von Beschwerden überhäuft, weil nun jeder meinte auf seinem Privatgrundstück würden heimlich "Sender" und dergleichen versteckt sein... :shock:

  • Bursche
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    Dann sollten die Langenselbolder Cacher wohl Kontakt zu Gemeinderäten, zum Fremdenverkehrsamt und zum Bürgermeister suchen und dort klar machen, dass die Verwaltung deutlich übers Ziel hinausschießt!

  • 3m1tmag
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    Wir haben vor in der kommenden Woche mal gemeinsam zum Burgermeister und seinem Verantwortlichen Herrn W. zu gehen. Offenbar hatten die hier auch keine Ahnung was Geocaching überhaupt ist. Sicher gibt es auch in unseren Reihen "schwarze" Schafe, die möglicht zu jeder Dose motorisiert gelangen wollen. Doch die Mehrzahl der Cacher betreibt dieses Hobby doch eher um die Natur zu genießen und mittels der Dose ein Ziel vor Augen zu haben. Einige der Cachs lagen schon mehrere Jahre und uns war nicht bekannt das es hier Probleme geben sollte. Die Archivierung lief wirklich human ab, danke an die Revwier hat bestimmt schlaflose Nächte gekostet. Manche Owner waren schon lange nicht mehr aktiv. Ein NC war dabei (ok) der war aber eigentlich auch am Rand eines großen Waldgebietes zu eine Bundesstraße und Bahnlinie hin gelegen. Ferner führt mitten durch ein Weg zu einem Ausflugslokal der erst kürzlich von der Stadt asphaltiert wurde (bestimmt damit die Autos leiser daherrollen). Wenn uns was von Konflikten bewust gewesen wäre hätte man bestimmt eine einvernehmliche Lösung gefunden und den Cache verlegt. Auf Anfrage bei der Stadt hies es das in der Dämmerung Personen ohne Licht am Waldrand langgelaufen seien. Großflächig den Wald für Geocacher zu Sperren zumal duch den Wald ein ausgeschilderter Radweg führt halte ich für überzogen. Ich hoffe das wir in Verbindung mit der Stadt eine einvernehmliche Lösung finden. Traurig macht es einen aber schon wenn man an einem erst kürzlich ausgelegtem Cache (Kurze Rast LSB) schon nach drei Wochen diverse Verwüstungen feststellen kann. Hier wurden die Bretter der Bank einfach in den Wald gworfen und das waren bestimmt keine Wanderer oder Jogger. An manchen Sachen und Auswirkungen sind wir wirklich selber Schuld, aber wir kennen alle unsere Pappenheimer. Der überwiegende Teil der Geocacher achtet aber bestimmt noch die Grundidee und in dieser Form waren auch die dortigen Caches ausgelegt. Dank der Revwier gibt es ja gewisse Regeln und die "Schiedsrichter" werden das Spiel schon am laufen halten, wenn Sie von uns allen tatkräftig unterstützt werden.

  • 3m1tmag
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    Tja leider gibt es hier keine Neuigkeiten :-(. Wir versuchen schon seit Monaten mit der Stadt und den Vertretern von Jagd und Forst einen Terim zu bekommen, aber leider vergeblich. Teilweise wird auch schon gar nicht mehr auf die E-Mailanfragen reagiert? :-(.
    Ganz anders lief das vor ein paar Wochen in Gelnhausen. Hier hatten wir ein Gespräch mit Jägern und waren über die offenheit selbst überrascht. Hier war es bei einem NC zu Problemen gekommen, da dort Rotwildeinstände waren. Wir haben sogar Vorschläge erhalten wo die Tour weitergeführt werden kann, bzw. alternative Parkmöglichkeiten. Es bestand sogar das Interesse der Jäger mal bei einem Betatest mitzugehen. Es besteht hier auch großes Interesse mal in größerem Kreis ein gemeinsames Treffen (ggf. Event) zu organisieren.
    Leider endet der Zuständigkeitsbereich dieser Jägerschaft vor den Grenzen Langenselbolds.
    Von der für Langenselbold zuständigen Fortbehörde hatte ich schon Nachricht und diese sind ebenfalls an einem Treffen mit Geocachern sehr interessiert. Dies wird voraussichtlich aber leider erst im neuen Jahr stattfinden.
    Sehr Schade das die Stadt Langenselbold auch telefonisch nur noch über die Zentrale und durch Zufall zu erreichen ist wenn ausversehen mal durchgestellt wird :-(.

  • Anonym
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    Das Treffen mit den Jägern verlieft recht harmonisch, auch wenn hier bestimmt nicht die Hardliner vor Ort waren.
    Der Vorsitende des Hanauer Jagdklubs und einige Jäger waren anwesend und bei den meisten Geocaches sehen die Jäger keine Probleme. Insbesondere wenn die Verstecke in der Nähe der Wege platziert werden und tagsüber aufgesucht werden.

    So wird das auch vom zuständigen Forstamt Hanau gesehen, mit denen im Vorfeld hierzu intensive Gespräche geführt wurden.

    Kritisch werden von dem überwiegenden Teil der Jäger die Nachtcaches gesehen, dies sei die einzige Zeit in der das Wild noch äsen könne und hier sollte Ruhe im Wald herschen.

    Es wurden den Abend auch diverse Kontakte geknüpft um bei eventuellen Problemen einzuschreiten, gerade das wurde von Jagd und Forst auch begrüßt mal die "Gesichter" und Personen hinter den Internetpseudonymen kennenzulernen.
    In vielen Punkten verfolgt man die gleichen Interessen und es war eine Diskussion auf Augenhöhe.

    Nur sehr schade das seitens der Stadt Langenselbold (trotz 4 monatiger Vorankündigung und mehrfacher Nachfrage) keiner an diesem Termin teilnehmen konnte.
    Denn die Probleme der Archivierung sind leider immer noch nicht gelöst.
    Auch ist die Stadt immer noch nicht zu einem bereits mehrfach angebotenem Gespäch bereit. Weiterhin wird sogar versucht seitens der Stadt dem Vorsitzenden des Hanauer Jagdklubs regelrecht einen "Maulkorb" zu verpassen.

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