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Lost Places auf Bahngelände
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Geocaching - Am Rande
Geschrieben von: DasLangeSuchen   
Montag, den 19. September 2011 um 10:24 Uhr

Lost Places üben auf viele von uns eine große Faszination aus, ich möchte mich da nicht einmal ausnehmen. Alte Industriekomplexe, verwaiste Infrasstruktur, alte Bahnanlagen, verlassene Militär-komplexe, Abbruchhäuser oder Bauruinen - es gibt viele stumme Zeugen vergangener Tage, welche nur darauf warten entdeckt zu werden. Mancherorts scheint die Zeit stehen geblieben zu sein und man kann fast noch das verblasste Schnaufen der stählernen Rösser vernehmen. Doch es droht eine heimtückische Gefahr.

Beim PodKaffeCast 218 vom Berufsgeocacher bin ich darauf aufmerksam geworden, dass zwei Geocacher auf einem Lost Place noch vor Ort eine Verwarnung bezahlen mussten durften und dabei augenscheinlich noch ganz gut weggekommen sind.

Lost Places, überschaubare Risiken

Ok, Lost Places liegen sicherlich rein rechtlich betrachtet meist in einer dunkelgrauen Zone. Abhängig vom Einzelfall, wird es sich überwiegend um ein unbefugtes Betreten handeln. Wird man erwischt, droht möglicherweise eine Anzeige auf Grund von Hausfriedensbruch nach §123 StGB. Dieser wird jedoch nur auf Antrag des Geschädigten – in diesem Fall des Grundeigentümers – verfolgt. Kommt es dennoch zur Anzeige, wird das Verfahren gegen Zahlung einer Summe an eine gemeinnützige Organisation eingestellt, sofern es überhaupt aufgenommen wird. Hin und wieder wird aber auch mal ein Exempel statuiert.

Daher war ich auf Grund der sofort fälligen Verwarnung zunächst etwas verwundert, zumal zu der im Log angesprochenen „Bahnbetriebsstättenverordnung" nirgends etwas zu finden war. Eine Betriebs- bzw. Arbeitsstättenverordnung regelt zudem gewöhnlich andere Dinge, die sich mit Sicherheit nicht um das unbefugte Betreten aufgegebener Bahngelände drehen.

Umgehende Strafen drohen

Nichtsdestotrotz hat die Bundespolizei durchaus auf Gundlage der „Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung" (EBO) bzw. „Allgemeines Eisenbahngesetz" (AEG)  die Möglichkeit entsprechende Ordnungswidrigkeiten auf Bahngelände auch ohne Antrag der Eigentümer zu ahnden. Dabei halte ich es trotzdem für fraglich, ob ein solcher Lost Place tatsächlich noch unter die Wirkungsbereiche dieser Regularien fällt.

Dieser Text ist weder als Rechtsberatung zu verstehen, noch übernehme ich Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Dieser Text soll lediglich dazu anregen, sich für sich einmal mit der Thematik auseinander zu setzen.

Kommentare (6)
  • -jha-
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    Im konkreten angesprochenen Fall wage ich zu beweifeln, dass die EBO überhaupt greift, da es sich mit einier Wahrscheinlichkeit der Cache nicht auf Bahngelände liegt, sondern auf Privatgrund einer der beiden Immobilien-Fonds, die alles "übriggebliebene Bahngelände" unter sich aufteilen, seit die DBimmobilien sich nicht mehr selbst um die Verwertung kümmert.

    Ob dann Hausfriedensbruch vorliegt bei einer -für Privateigentum- falschen Umfriedung ("Fehldeklaration als DB-Bahngelände" bzw gar keine Umfriedung), das mag man vor Gericht klären können.

    In jedem Fall ist man jedoch mit 10€ Verwarngeld besser bedient als mit ewiger Rennerei zu Anwalts- und Gerichtsterminen.

  • DasLangeSuchen  - Für den Laien schwierig zu erkennen
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    Vor Ort zu klären, welcher Fall hier zutrifft, und damit, welches Recht zu Grunde liegt, dürfte mehr als schwierig sein.

    Klar ist man mit 10€ in einem solchen Fall gut bedient, doch wenn es sich tatsächlich um Privatgrund handelt, leht sich die Ordnungsinstanz aber arg weit aus dem Fenster.

    Hätte man in dem Fall die Rennerei nicht erst, wenn der Grundeigentümer Strafantrag stellt?

  • Thomas
    avatar

    Hallo,

    um welchen lostplace handelt es sich hier, war selbst vor einigen Tagen im Bereich eines Bahngeländes auf Cachesuche.

    Gruß
    Thomas

  • Berufsgeocacher  - 10 Euro statt 35 Euro
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    Im Log von den Geocachern steht....

    Nach dem netten Gespräch und dem versprechen den Owner anzuschreiben verwarnte er uns mit je 10 Euro statt dem Bußgeld von 35 Euro nach bahnbetriebsstättenverordnung .. was wir Deutschen nicht alles haben...

  • Geschichten hinter vergessenen
    avatar

    Liebe Lost-Place-Freunde,
    passend zum Thema, möchten wir euch gerne den Dokumentar­film „Geschichten hinter vergessenen Mauern – Lost Place Storys aus Leip­zig“ vorstellen, der am 30. März 2012 seine Filmpremiere feiern wird und anschließend auch auf DVD zu sehen sein wird.
    Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=7DMTtiCoyLo
    Web­site: http://www.lost-place-le.de
    Facebook-Fanpage: http://www.facebook.com/pages/.….1070240538
    Liebe Grüße! Euer Dokfilm-Filmteam :)

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