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Warum ich Smartphone-Cacher nicht mag*
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Geocaching - Am Rande
Geschrieben von: DasLangeSuchen   
Mittwoch, den 21. September 2011 um 10:41 Uhr

Vor einigen Tagen hatte ich bei bei einem Bekannten, der nicht wusste, dass ich Geocache, wieder einmal ein Schlüsselerlebnis.

Er: „Ich hab mir da eine App für mein neues Telefon heruntergeladen, da kann man reale Schätze mit finden."

Ich: „Du meinst eine App zum..."

Er: „Ja, zum Schatzsuchen. Du wählst den Schatz aus, und die App zeigt Dir wo Du buddeln musst."

Ich: „Buddeln?! Schatzsuchen? Ich hätte erst gedacht Du meinst Geocachen..."

Er: „Genau! Ich habe mir die App zum Geocachen heruntergeladen und..."

Ich: „Gebuddelt???"

Er: „Ja, hier im Wald, mit meinem Sohn." [Anm.: Sohnemann ist 4 Jahre alt, buddeln ist bestimmt Klasse, aber der heimische Sandkasten wäre sicherlich besser geeignet.]

Ich [in Gedanken]: „Ein Geocache hier im Wald, und Ihr habt gebuddelt?"

Er: „Aber gefunden haben wir Ihn nicht!"

Ich: „Warte mal. Ich erkläre es dir erst einmal. [...]"

Kleingedrucktes

Nach einer ersten Klarstellung, dass Geocachen nichts mit buddeln oder graben zu tun hat, aber auch so bei entsprechender Auswahl der Geocaches Kindern Freude bereiten kann, sind wir dann gemeinsam einmal raus in den Wald, und der Cache war noch in dem Vogelhaus, in dem ich Ihn in Erinnerung hatte. Wenn auch kein optimales Versteck, aber zumindest ein erster Fund ohne weitere Kollateralschäden.

Zwischendurch folgte eine ausführliche Erklärung, wie das mit dem Geocachen prinzipiell funktioniert, vor allem auch mit Hinblick auf grundsätzliche Dinge, wie Naturschutz, Cacher-Knigge, aber auch bezogen auf die Guidelines.

Dann fiel ein Satz, der auf unzählige dieser „Smartphone-Cacher" zutreffend erscheint:

„Das wusste ich alles nicht, das Kleingedruckte habe ich mir nicht durchgelesen."

*Ja, ich weiß es gibt solche und solche. Ich habe meine ersten Caches auch mit einem Smartphone gefunden, und es gibt unzählige vernünftige Cacher welche überwiegend oder ausschließlich mit einem Smartphone Geocachen gehen.

Kommentare (7)
  • Psycho_vm  - Haha
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    Tja das ist wohl dumm gelaufen.

    Also angefangen habe ich auch mit mein Phone... Und Cache auch immer mal wieder damit, weil ich nunmal nicht immer mein Garmin dabei habe.

    Aber dennoch verstehe ich dein Freund nicht so richtig. Er lädt sich eine App runter aber es steht doch nirgendwo das man buddeln muss oder das es ein Schatz ist sondern ein Versteck. Und auh das listing muss er dann ja einfach ignoriert haben...

    Naja man lernt nie aus. Hoffe er hat nun durch deine Hilfe freude am cachen...

    Greetz

  • Bursche
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    In erster Linie veranlasst mich die Überschrift zu einem Kommentar:

    Was hat mangenlde Kenntnis, bzw. die mangelnde Bereitschaft sich die Spielregeln durchzulesen, mit dem Gerät zu tun? Das erschließt sich mir gar gar nicht. Es mag zutreffen, dass jemand der bereits ein Gerät hat, einfach mal loszieht und es ausprobiert, es mag auch zutreffen, dass mehr Leute ein smartphone rumliegen haben als ein GPS-Gerät. Aber daraus zu folgern: "ich mag keine Smartphonecacher", finde ich doch ziemlich daneben.

    Zum Thema: "...wie das mit dem Geocachen prinzipiell funktioniert, vor allem auch mit Hinblick auf grundsätzliche Dinge, wie Naturschutz, Cacher-Knigge, aber auch bezogen auf die Guidelines" muss ich leider seit Jahren feststellen, dass es kaum 2 Cacher gibt, die hier in allen Punkten der selben Meinung sind. Es gibt keine guideline, keinen Cacherknigge und vorallem keine "ungeschriebene Regel" die nicht von einigen oder vielen Geocachern abgelehnt werden.

    Es werden Caches vergraben, es werden coins und TBs in "Hotels" gefangen gehalten, es wird bei der Abstandsregel beschissen, Nägel und Schrauben in Bäume getrieben, Jagdkanzeln bedost, in fremde Häuser eingestiegen.... Ich weiß nicht, was du deinem Kollegen zu den einzelnen Punkten erklärt hast, du musst aber davon ausgehen, dass er bereits beim nächsten Versuch feststellt, dass andere Cacher offenbar anderer Meinung sind als du. Wenn er nun den vergrabenen Cache eines GPS-cachers findet, sollte er dann verbloggen, warum er keine GPS-Cacher mag? Wenn er einen multi findet, bei dem die stages an Bäumen verschraubt sind, sollte er dann verbloggen, warum er keine multi-Owner mag? Wenn er sich einen TB kauft und der dann ewig in einem TB-Hotel liegt, weil der Owner eine "Nimm nur so viel mit, wie du reinlegst"-Regel im Listing stehen hat, sein TB daher ewig in dem TB-Hotel liegt, sollte er dann verbloggen warum keine Tradi-Owner mag?

  • Marschkompasszahl  - Der Unterschied zw. einer App und einem GPS-Gerät
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    Sind ein paar Dutzend Euros. Die App gibts für nen Appel und ein Ei, fürs "Cache-Gerät" (wie meine Jungs sagen), muss man schon 80 EUR aufwärts hinblättern.
    Entweder man hat soviel Kohle in der Hinterhand, dass auch hundert Euro Fehlinvetition nicht weh tun oder aber man beschäftigt sich ein wenig intensiver mit dem Thema, ob es das wirklich ist, was man machen möchte und ob man dafür richtig Geld ausgeben möchte.
    Insofern birgt die günstige App schon die Gefahr, dass man sich nur oberflächlich mit dem Thema auseinander setzt und schon bei den einleitenden Worten "Die moderne Schatzsuche..." gleich glaubt zu wissen, dass ein Spaten unverzichtbarer Teil der Ausrüstung ist und man nur noch die Koordinaten braucht, damit man an richtiger Stelle buddeln kann. Was interessieren da noch D+T? Wozu noch den Hint lesen oder sich die Behältergröße anschauen? Ein Schatz wird - wie man das aus Räuber- und Piratenfilmen kennt - in hölzernen Truhen von min. 30x30x30cm Kantenlänge abgelegt. Früher oder später wird das Spatenblatt schon auf die Eisenbeschläge stoßen...
    Zudem wird es im Digitalen Zeitalter auch immer schwieriger zu erklären, was eine Filmdose ist oder jugendfrei zu beschreiben, wie ein PETling aussieht. Und mit dem Wegfall der Wehrpflicht wird auch "MG-Kasten" und "Munkiste" immer weniger gebräuchlich...

  • DasLangeSuchen  - Ich steh dazu
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    Wie ich bereits im „Kleingedruckten“ des Artikels geschrieben habe, weiß ich sehr wohl zwischen solchen „Smartphone-Cachern“ und Geocachern zu unterscheiden, für die das Smartphone ein Werkzeug ist. Vor allem schlussfolgere ich nicht, dass alle, die mit einem Smartphone Cachen gehen, einen solch unglücklichen Einstieg in unser Hobby finden, nur setzt diese Art des Geocachens die Einstiegshürde rein finanzieller Natur soweit herab, dass viele es einfach mal ausprobieren, ohne sich weiter mit der Thematik Geocachen auseinander gesetzt zu haben.

    Doch leider ist es eine Tatsache, dass sich viele nicht mehr darüber im Klaren sind, was ein angemessenes Verhalten gegenüber der Umwelt bedeutet, damit meine ich zwar nicht zuletzt Umwelt im Sinne von Fauna und Flora, aber nicht ausschließlich. So zähle ich z.B. auch den Respekt von dem Eigentum anderer dazu. Leider scheinen solche Werte seit einigen Jahren nicht mehr sachgerecht vermittelt werden zu können.

    Was Meinungen oder Handlungen anderer angeht, halte ich es durchaus für angemessen, diese im Blog, meinetwegen auch in einem Forum, aber auch auf den Plattformen durch aussagekräftige Logs zu thematisieren und auch Finger in Wunden zu legen. Mit der Anzahl an Geocachern ist auch das Konfliktpotential gestiegen, da jeder sein Hobby so betreiben möchte, wie er es mag. Alle unter einen Hut zu bringen, ist auf Grund der unzähligen individuellen Interessen unmöglich. Also muss es gewisse Regelwerke geben, um ein vernünftiges Miteinander zu finden.

    Nicht zuletzt tragen diese Regelwerke mit dazu bei, dass wir Geocacher uns auf die oben bereits angesprochenen Werte zurückbesinnen, und zwar nicht nur im Umgang miteinander, sondern, und vor allem auch mit Blick auf Muggel – egal ob einfache Nichtcacher, Förster, Jäger, Grundeigentümer, Hausbesitzer, Behörden, Staatsanwälte, Richter,…

    Das Regeln manchmal etwas gebeugt werden, halte ich dennoch durchaus für legitim, solange noch eine Grundlage für einen gemeinsamen Dialog bestehen bleibt.

  • Bursche
    avatar

    Ich stimme dir in fast allem zu!

    Ich kann nur keine Verbindung erkennen zwischen angemessenem Verhalten und dem verwendeten Gerät. Ich glaube auch nicht daran, dass Anfänger (auch wenn sie keine Ahnung haben) sich öfter unangemessen verhalten als erfahrene Geocacher. Ich glaube eher, dass Anfänger das Verhalten der erfahrenen Geocacher kopieren und dabei zu selten hinterfragen, ob dieses Verhalten angemessen ist. Wenn wir doch ein Anfängerproblem haben sollten, dann sollten wir (wie du es getan hast) ihnen erklären, worum es geht. Statt über niedrige (finanzielle) Einstiegshürden und "Smartphonecacher" zu schimpfen sollten wir uns aber lieber überlegen, wie wir diese Anfänger erreichen um sie für bestimmte Dinge zu sensibilisieren. Stattdessen wird wegen jedem VHS-Kurs ein neuer thread in der grünen Hölle eröffnet, in dem dem Kursleiter mangelnde Kompetenz und Geldgier vorgeworfen wird. Das Positionspapier der DWJ und garmin wird in der Luft zerrissen und jeder Geocacher der mit der Presse zusammenarbeitet wird in Foren und Blogs als geltungssüchtig verurteilt... Die pauschalen Verurteilungen der "Smartphonecacher" die in den letzten Monaten so hip geworden sind, führen schlimmstenfalls nur dazu, dass sich diese noch seltener aus der Anonymität heraus trauen und noch schwerer zu erreichen sind.

  • ElliPirelli
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    Gut, daß Du Deinen Bekannten eingenordet hast.

    Ich denke, das ist der große Unterschied zwischen den Cachergenerationen.
    Wer wie ich von Freunden angesteckt wurde, hat auch entsprechend einen Gesprächspartner für die dummen Fragen und bekam die notwendige Einnordung gleich am Anfang mit.

    Wer heute per App loszieht, denkt nur, daß dies ein cooles Spiel wie Angry Birds ist, nur eben draußen.
    Da wird auch nicht verstanden, daß ausführliche Logs gern gesehen werden, denn man macht sich nur wenig Gedanken darüber, daß hinter jedem Cache ja auch ein Owner steht, der sich über Feedback freut.


    Am Gerät liegt es zwar nicht, aber per Smartphone ist es natürlich viel leichter zu cachen ohne je richtig auf der Webseite unterwegs gewesen zu sein.


    Gruß, Elli

  • Team Hellspawn
    avatar

    Hi! :)

    imho liegt das Problem ganz einfach: Von der gesellschaftlichen Entwicklung her gibt man allen Leuten mit das "unreflektiert Erlebnis jetzt" die einzige Art ist soviel Spass wie möglich zu bekommen.
    Mir hat die Beschäftigung im Vorfeld ("Hm, aha, geocachen, was ist das, schick, kann man mit meinem HTC auch, was macht man denn da so? Warum? Aha, und wie?") auch schon Spass gemacht, das geht einem halt ab wenn man die Eventfixiertheit einmal verinnerlicht hat.
    Das ist ein Erziehungs- und auch Gesellschaftsproblem, kein Geräteproblem. Ich finde es nämlich prima das ich nicht gezwungen bin gleich 2 Aktionärsgruppen (die für das Handy und die Inhaber der Firmen die GPS Geräte herstellen) reich zu machen sondern an einem schönen Hobby teilnehmen kann und mehr von dem sauer verdienten Geld für meine Familie und mich bleibt das mann mir als Melkvieh möglichst schnell und effektiv abschöpfen will! ;)

    LG

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