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Sind Geocacher ein Problem?
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Geocaching - Naturschutz, Jagd & Forst
Geschrieben von: DasLangeSuchen   
Freitag, den 27. Januar 2012 um 00:50 Uhr

Gerade habe ich beim Neheimer Geocacher einen Beitrag gelesen, zu dem ich „nur" einen Kommentar schreiben wollte. Dieser ist beim Verfassen so ausführlich geworden, dass er dort jeglichen Rahmen gesprengt hätte. Daher habe ich diesen Artikel daraus gemacht.

Der Beitrag handelte davon, dass ein Geocacher Trackaufzeichnungen von Nachtaches auf eine Plattform stellt, und diese dort relativ einfach gefunden werden können, wenn man nach dem Cachenamen sucht. Dies ist auf keinen Fall im Sinne der jeweiligen Owner, aber als problematisch sehe ich dies nicht, da:

  • Zum einen sind das nicht die Masse an Caches, dort veröffentlicht worden sind, aktuell 6 Tracks und er ist nur sporadisch aktiv und das bereits auch seit längerem nicht mehr, obwohl gerade Nachtcachesaison ist.
  • Zweitens muss man sich -zumindest als Jäger oder Förster- intensiv mit der Materie auseinandersetzen, um von einem Versteck im Wald auf einen Geocache zu kommen, den Namen herauszufinden, um dann mit dem Namen des Caches die Trackaufzeichnung zu finden.

Gerade, wenn ich als Jagdtpächter Pacht für mein Revier bezahlen muss, und dies dann auch noch in meiner ohnehin knappen Freizeit hegen muss, oder ich als Forstwirt der Bewirtschaftung ganzer Landstriche mein Geld verdienen muss, wäre mir dieser immense Aufwand zu hoch.

Einfache Informationsbeschaffung bei entsprechender Legitimation

Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit mit einem Verwalter eines Großforstes zu sprechen, auf deren Gelände ca. 180 Dosen versteckt liegen (auf über 2200 ha Forstbetrieb). Von deren Seite aus, ist dies eine Anfrage an die jeweiligen Plattform-Betreiber, welche Dosen wo auf ihrem Grund liegen und sie erhalten die jeweiligen Koordinaten der physikalisch versteckten Stationen, unabhängig davon, ob Mysterie, Multi, oder Tradi. Selbiges gilt übrigens auch für einen Kreisjagdverband in meiner Nähe, über den die dort organisierten Jäger bei den Plattformbetreibern anfragen können.

Die brauchen sich also nicht die Mühe machen, irgendwelche Tracks zu suchen, um dann zu vermuten, wo die Verstecke liegen könnten. Bei entsprechender Legitimation erhalten die Großgrundbesitzer, Forstverwaltungen und Jägerschaften übrigens auch eine kostenlose PM von Groundspeak eingeräumt. Ein „Verstecken" von Geocaches auf diesem Wege ist prinzipiell nicht möglich bzw. nötig.

Gesteigerter Freizeitdruck durch Geocacher?

Aber bisher einhelliger Tenor, aller Jäger und Förster, mit denen ich bisher Kontakt hatte, war glücklicherweise, dass wir Geocacher in der Masse der Waldnutzer ohnehin untergehen. Im obigen Beispiel geht man Anhand der Logs davon aus, dass die 180 Dosen im Mittel ca. 2x pro Tag besucht werden, manche mehr manche weniger. Selbst wenn hinter jedem einzelnen Log ein Team von zwei Cacher steht, sind dies gerade einmal 180 Caches x 2 Besuche x 2 Cacher = 720 Cacher, die dort im Wald unterwegs sind, überwiegend auf Wegen. Prinzipiell hört sich dies erst einmal nach einer großen Belastung an, doch betrachtet man den Gesamtzusammenhang, relativiert sich diese Zahl schnell.

Anteil der Geocacheran allen Naturnutzern verschwindend gering

Da das Waldgebiet zwischen mehreren größeren Städten in NRW liegt und auch ein wenig zersiedelt ist, stehen den paar Cachern täglich ca. 40.000 Naherholungsuchende, Jogger, Nordic-Walker, Wanderer, Spaziergänger, Hundebesitzer, Mountainbiker, Reiter, Pilzsucher etc. gegenüber. Das heiß Geocacher bilden gerade einmal den verschwinden geringen Anteil von 1,8% der Waldnutzer.

Selbst wenn sich die Zahl der dort suchenden Geocacher verzehnfacht, bilden diese Gruppe nur einen marginalen Anteil an allen Nutzern.

Selbstverständlich bedeutet dies nicht, dass es nicht zu punktuellen Problemen kommen kann, vor allem dann, wenn gewisse Spielregeln im Umgang mit der Natur nicht eingehalten werden.

[Edit 27.01.2012: Rechtschreibfehler & Rechenfehler beseitigt.]

Kommentare (4)
  • Atti
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    Also, wenn du immer so rechnest, würde ich empfehlen zum nächsten Multi einen Taschenrechner mitzuführen. 8) :wink:
    *Duck* und weg!

  • DasLangeSuchen  - War gestern schon spät...
    avatar

    Leider habe ich die Zahlen nicht mehr geprüft, die ich mir seinerzeit aufgeschrieben hatte. Der Fehler ist verbessert.

  • Neheimer
    avatar

    Das selbst Jäger an die Informationen von Groundspeak kommen, wusste ich nicht. Das es Waldbesitzer können ist mir klar,
    woher Jäger allerdings ein berechtigtes Interesse ziehen ist mir schleierhaft.
    Die zahlen ja für Jagdnutzung und sogenannte Wildhege. Zudem ist es gar nicht so einfach Groundspeak zu fragen. Einfacher ist es nach dem Cache zu googeln.
    Worum es mir in dem Blog ging war das es ein Geocacher war, welcher dies veröffentlichte. Aber doe Tracks sind ja mitlerweile dank des Blogarktikels gelöscht worden.

  • DasLangeSuchen
    avatar

    Das ist ja die Hauptsache, dass das Ziel erreicht wurde.

    Gerade, wenn Störungen in amtlich ausgewiesenen Wildruhezonen, Wildschutzgebieten, aber auch an jagdlichen Einrichtungen etc. auftreten, ist ein Handeln der Jäger gefragt, da dies in Ihren Zuständigkeitsbereich fällt. Darunter fällt übrigens nicht nur Geocaching.

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