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Wildunfälle durch Nachtcaches?
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Geocaching - Naturschutz, Jagd & Forst
Geschrieben von: DasLangeSuchen   
Donnerstag, den 01. Dezember 2011 um 11:47 Uhr

Unterwegs auf einem NachtcacheGut zwei Wochen ist das Symposium zum Thema „Natur und Geocaching ein Spannungsfeld?!" jetzt her. Eines der Themen, das mich ebenso wie viele andere anwesende Geocacher nachdenklich gemacht hat, war, das es im Zusammenhang mit einigen versteckten Geocaches eine signifikante Häufung von Wildunfällen geben haben soll. Es wurde Seitens der Kreisjägerschaft eine Karte gezeigt, auf der Wildunfälle im Kreis Mettmann während des Zeitraumes Januar-August 2011 dargestellt waren.

Gerne hätte ich euch bereits an dieser Stelle mehr Details präsentiert, da ich versuche, einen Jäger der betroffenen Reviere ausfindig zu machen, aber zum jetzigen Zeitpunkt warte ich noch auf eine entsprechende Rückmeldung seitens der Kreisjägerschaft.*

Direkter Zusammenhang möglich, aber schwer zu zeigen

Die auf dem Symposium gezeigte Karte enthielt neben den Markierungen für die Unfälle auch Angaben zu Datum und Uhrzeit. Vor allem die Uhrzeiten machten viele Cacher stutzig, da die Unfälle meist in der Morgen- bzw. Abenddämmerung passierten, also zu Zeiten, welche für die von der Jägerschaft gezeigten konkreten Beispiele untypisch sind. Dieses Phänomen habe ich mir zwischenzeitlich von einem befreundeten Waidmann aus einer anderen Region erklären lassen:

„Wild, das aufgeschreckt wird und den angestammten Einstand verlässt, wird nach einiger Zeit wieder zurückkehren, wenn an dem Rückzugsgebiet schlechtere Bedingungen vorherrschen, wobei aber viele weitere Faktoren das Verhalten des Wildes beeinflussen können."

Es ist also durchaus möglich, dass die Wildunfälle erst mit einer zeitlichen Verzögerung nach der Störung auftreten, wenn das Wild sich auf dem Rückweg zu seinem bevorzugten Einstand befindet.

Ab wann tritt eine Störung für das Wild auf?

Die Schwelle, ab wann Wild etwas als Störung wahrnimmt und darauf reagiert hängt von vielen Einflüssen ab und lässt sich kaum pauschal beantworten, genauso wenig, wie es auf die nächtlichen Störung durch Geocacher reagiert.

Einen guten Eindruck bekommt man am Beispiel des Rothirsches, das man auf der NaturSportInfo-Seite des Bundesamtes für Naturschutz findet. Hält man sich einmal die dort angegeben Größenordnungen für Störungsfreiheit von 250-300 Meter bei sichtdichter Deckung (bis zu 500 Meter bei freier Sicht) für das Wild vor Augen, kann man sich ungefähr ausmahlen, welch erhebliches Störpotential für Wildtiere wir mit unserem Hobby in die Natur tragen.

Ich habe mir selbst bisher wenig Gedanken darüber gemacht, wenn ich auf Nachtcaches in einiger Entfernung etwas rascheln hörte, inzwischen werde ich so etwas mit anderen Augen sehen, da auf Grund der unterschiedlichen Wahrnehmungsschwellen sich die Tiere weitaus früher gestört fühlen und aufgeschreckt werden, als wir es meist wahrnehmen. 

Was können wir tun?

Sicherlich möchte niemand von uns, dass auf Grund unseres Freizeitvergnügens Dritte gefährdet werden oder gar einen Schaden erleiden, daher sollten wir alle uns entsprechend umsichtig verhalten, um die Störungen der Wildtiere so gering wie möglich zu halten.

Einen wesentlichen Anteil dazu können und sollten die Owner von Geocaches in entsprechend sensiblen Gebieten leisten. Nehmt Kontakt mit den Leuten auf, die „Euren" Wald und die dort lebenden Tiere am besten kennen und sprecht mit Jägern, die wissen, welche Gebiete zu welchen Zeiten besser gemieden werden sollten, da vom Wild als Ruhezone genutzt werden und ob es eventuell bessere Alternativen gibt.

Nicht, dass es nachher wieder heißt, „Die Nachtcacher sind an allem Schuld"

*Auf Grund aktueller Ereignisse (via: @StoerteBreker)in einer völlig anderen Region habe ich diesen Artikel habe ich vorgezogen. Sobald ein konstruktiver Kontakt mit einem Jäger in einem der oben angesprochen Gebiete hergestellt ist, werde ich Euch gerne die Ergebnisse nachliefern. Bitte habt Verständnis, dass ich keine näheren Angaben machen möchte, bevor nicht belastbares Material zu den konkreten Sachverhalten, die im Rahmen des Symposiums angesprochen wurden, vorliegt.

Kommentare (6)
  • Psycho_vm  - Schöner Artikel
    avatar

    Moin moin,

    erstmal tolle arbeit für diesen schönen Artikel.

    Ich finde Nachtcaches sollten schwer mit dem Auto erreichbar sein. Umso dichter man an die Startkoords fahren kann umso schneller Könnte es schon zu einen Wildunfall führen.

    Klar ist es besser wenn man sich mit dem entsprechenden Förster/Jäger des Waldes auseinander setzt. Das werden aber sicherlich nicht vielen wollen, da sie sicherlich angst haben mit unseren hobby auf ablehnung zu stoßen.

    Aber sollten wir uns dann nicht lieber ein Kopf machen warum die dann so denken und evtl auf denn Nachtcache verzichten?

    Ich finde NC auch total super aber ich würde eben auch drauf verzichten können wenn es um den Schutz Flora und Fauna geht.

    Bei den Fledermäusen machen wir schließlich nichts anderes.

    Greetz

  • clipdip
    avatar

    Habe mich mit unseren Förster unterhalten der hat gesagt. wenn man die Tiere net direkt aufscheucht intressieren sich die meisten nachtaktiven nicht dafür. Der Jäger alleine sieht das wieder anders. Und auch selber schon Rehe unweit des Weges bei so manchen NC gesehen die nur angestarrt haben, wir dann eben mal kurz ohne Lampen weiter gelaufen. Wenn man sich ruhig verhält und net wie eine Kapelle querfeldein marschiert gibts da auch weniger Probs.

  • DasLangeSuchen
    avatar
    clipdip schrieb:
    [...]Und auch selber schon Rehe unweit des Weges bei so manchen NC gesehen die nur angestarrt haben, wir dann eben mal kurz ohne Lampen weiter gelaufen. Wenn man sich ruhig verhält und net wie eine Kapelle querfeldein marschiert gibts da auch weniger Probs.

    So, bzw. ähnlich habe ich bis vor kurzem auch gedacht. Dabei kommen jedoch auch mehrere Faktoren zusammen.

    Zum einen sind Rehe ausgesprochene Kurzstreckensprinter, die möglichstlange ruhig stehen bleiben, was die Chance bietet nicht gesehen zu werden. Wird dann eine gewisse distanz unterschitten springt das Reh i.d.R. verschreckt und sehr schnell davon.

    Zum anderen ist es bei den Rehen genauso, wie bei uns Menschen. Wenn sie angeleuchtet werden, werden sie ebenso geblendet, wie wir es werden. Jeder weitere Schritt, den das Reh machen würde, bedeutet einen Schritt ins Ungewisse, den es nach Möglichkeit vermeidet, da auch hier weiter Gefahren lauern würden.

    Ist die aktute Gefahr aus Sicht des Tieres vorbei, wird es einen Weg suchen, eine Mindestdistanz zwischen die Störung -in dem Fall uns Geocacher- und sich bringen.

    Dies erfolgt nicht panisch und fluchtartig, sondern eher als geordneter Rückzug. Liegt dann eine Straße im Weg, kann es halt doch schnell gefährlich werden.

  • argus1972
    avatar

    Hm, warum fällt mir bei "Dämmerung" und "aufgescheuchtem Wild" eigentlich in erster Linie die Jagd selber ein, wo das doch landläufig die klassischen Zeitpunkte dafür sind?

    Ob es da einen Zusammenhang gibt?

    grübelnd
    argus1972

  • fabibr
    avatar

    Eines fehlt wie immer in diesen Jagdmitteilungen. Da meine Mutter einen Jäger als Lebensgefährten hat, hab ich ihn mal auf dieses Thema angesprochen.
    Seine Aussage ist hier eher eine andere. Laut seiner Meinung wird hier eher ein Sündenbock gesucht. Er kennt dies zu genüge, da er auch mit vielen seiner Jagdgenossen nicht einer Meinung ist. Auch bei ihm im Revier, wie in vielen anderen kommt es in den letzten Jahren häufiger zu Wildunfällen.
    Diese haben aber nix mit Geocaching zu tun.
    Es ist einfach die Überpopulation von Schwarz- und Rotwild. Und daran sind überwiegend 2 Faktoren schuld:
    Zum einen die Biogasanlagen, die Unmengen an Maisfeldern in die Gegend bringen und das Füttern des Wildes in der Winterzeit.
    Somit hat das Wild ein Überangebot an Futter und selbst die schwächsten Tiere kommen über den Winter. Auch ist dadurch die Vermehrungsrate gestiegen.
    Nur die Jäger kommen mit der Jagd nicht hinterher.
    Aber dies wird kaum ein Hegering zugeben.
    Er selber ist ein Verfechter des Nichtfütterns im Winter und darf sich deswegen so einiges von seinen Kollegen anhören.

  • Marschkompasszahl  - Dämmerung ist keine NC-Zeit!
    avatar

    Dämmerung ist jener Zeitraum zwischen Tag- und Nachtlicht, den man mit dem Anmarsch und Beifang auf dem Weg zum eigentlichen Ziel-Cache verbringt.
    Nicht nur weil Nachtcaches in der Dämmerung leicht zum Sissy-Award führen könnten, sondern weil dieses Zeitfenster auch den Jägern das richtige "Büchsenlicht" bringt.
    Ich vermute eher, dass es Wanderer, Walker, Jogger und Mountainbiker sind, die zu diesen Zeiten noch durch Feld, Wald und Wiese streifen und einstehendes oder wechselndes Wild beeinflussen. Auch der Mündungsknall einer .30-06 dürfte mehr Tiere erschrecken, als das Aufblenden mit der Taschenlampe.

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