Achtung! (Foto-)Falle!

ÜberwachungskameraIn letzter Zeit hatte der eine oder andere Discounter Wildkameras für z.T. unter 100,-€ im Angebot, bei Amazon gibt es etwas besser ausgestatte Fotofallen für nur wenig mehr. Was liegt da näher als diese auch für unser Hobby zu nutzen, auch wenn diese sich nicht aktiv in einen Geocache einbinden lässt.

In der grünen Hölle wurden diese Kameras schon vor einigen Monaten diskutiert.

Auch in meinem Umfeld kenne ich bereits den einen oder anderen, die sich ein solches Gadget bereits gekauf haben, um die Möglichkeiten auszuprobieren.Gegen ein paar nette Bilder beim Loggen, die verdutzten Gesichter am Final wird schon keiner etwas einzuwenden haben. Auch die Überwachung des eigenen Geocaches wird doch wohl erlaubt sein, um sich vor Vandalismus zu schützen.


Geocaches werden bereits gezielt überwacht

Dank einigen Facebook-Posts bin ich darauf aufmerksam geworden, dass diese Technik bereits gezielt eingesetzt wird.

„So liebe Leute. Der Cache bleibt über den Winter erst einmal dicht. Strafanzeige ist bei der Polizei gestellt. Dieser Cache war im Übrigen kameraüberwacht. Ich gebe „den Tätern“ jetzt noch Zeit bis Anfang nächster Woche um sich bei mir zu entschuldigen, dann werte ich die SD-Karte aus und schicke die Bilder an die Polizei.“

Quelle: Disable-Log auf Geocaching.com

Rechtlich Fragwürdig

Auf für Jäger, für die diese Fotofallen konzipiert sind, ist der Einsatz nicht unumstritten. Der NRW-Datenschutzbeauftragte sieht zwar lt. WDR im Gegensatz zu seinem rheinland-pfälzischen Amtskollegen keinen akuten Handlungsbedarf, doch in RLP droht Jägern pro Wildkamera ein Bußgeld von bis zu 5.000,- €.

Auch wenn es in NRW keine Androhung Seitens des Datenschutzbeauftragten gibt, fällt der Einsatz der Videoüberwachung ohnehin unter das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Eine interessante -und verständliche- Abhandlung mit Hinweisen zum Einsatz von Videokameras in Jagdbezirken der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten durch private Personen findet Ihr beim Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein. Die Rechtslage dürfte in allen Bundesländern vergleichbar sein.

Nicht geschützt und damit manipulierbar

Die mir bisher bekannten Wildkameras speichern die Bilder i.d.R. unverschlüsselt und schützen damit das Bildmaterial nicht vor unbefugtem Zugriff. Die Absicherungen des Gehäuses beschränken sich ebenfalls nur auf ein absolutes Minimum und sind meist mehr Zierde als wirkungsvolles Hemmnis, so dass sowohl der Zugriff auf die Daten als auch Manipulationen möglich sind.

Muss dass sein?

Mir ist bewußt, dass man an vielen öffentlich zugänglichen Orten nicht nicht um die Videoüberwachung herum kommt, vielerorts wird man auf die Überwachung aufmerksam gemacht, an anderer Stelle erfolgt bei berechtigten Interessen die Überwachung verdeckt. Aber in freier Natur möchte ich unbeschwert meinem Hobby nachgehen können, ohne im Hinterkopf haben zu müssen, dass hinter dem nächsten Baum eine Kamera versteckt ist, die mich filmt.

Wie seht Ihr das?

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3 Gedanken zu „Achtung! (Foto-)Falle!

  1. Meines Wissens nach müssen Bereiche, die videoüberwacht werden, gekennzeichnet werden.
    Und es gilt immer noch das Recht am eigenen Bild… also muß prinzipiell gefragt werden, ob man mit einem Foto einverstanden ist (es sei denn, man ist in einer Menschenmenge ab 10 Personen zu sehen)

  2. Bei meiner Mad-Serie wurden einige Cache immer wieder gemuggelt. Irgendwann habe ich Aufkleber draufgemacht, daß die Geocache elektronisch überwacht sind und Beschädigung/Diebstahl mit einer Pauschale/Streitwert von 400€ gehandet werden. Dann wars wesendlich ruiger.

  3. Ich habe mal über eine Möglichkeit nachgedacht ein Foto zu schießen wenn einer eine klappe/einen Kästen öffnet. Irgendwie finde ich das Thema nur machbar, wenn vorab deutlich auf die Kamera hingewiesen wird und somit die Möglichkeit bleibt dem Cache oder zumindest der Kamera aus dem Weg zu gehen.

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