Altes Fieber

Altes Fieber Lange ist es her. Wochen, gar Monate seit dem ich das letzte Mal zur Dosensuche unterwegs war. Der Fokus lag auf anderen, wichtigeren Dingen. Funde? Statistik? Egal. Zahlen sind noch nie mein Ding gewesen.


Vorfreude

Etwas freie Zeit, Traumwetter. Kalt und Trocken. Schnell wieder einmal auf Geocaching.com. Wohin soll es gehen. Was soll es sein? Ein Wanderrunde, nicht zu lang, nicht zu weit weg ist schnell gefunden. Keine überraschenden Rätsel unterwegs, nur ein paar Zahlen suchen. Schnell ist das GPS programmiert und die Startkoordinaten werden angefahren. Lange ist es her.

Dieses Gefühl, mich anhand von GPS-Koordinaten durch eine fremde Landschaft führen zu lassen. Kleine Aufgaben, die den Blick auf sonst unbeachtete und unentdeckte Details lenken. Bilder längst vergangener Erlebnisse holen mich ein.

Es geht wieder los

Die Parkkoordinaten sind schnell erreicht. Kurz in die offene Heckklappe gesetzt und die Wanderschuhe an die Füße geschnürt. Der warme Motor des Cachemobils knistert in der kalten, klaren Luft. Der Rucksack mit dem Proviant für den Vormittag wird geschultert und das Auto abgeschlossen. Auf den ersten Schritten knirscht der gefrorene Boden unter dem schweren Schuhwerk. Der Atem kondensiert. Herrliches Wetter, wenn auch nur knapp über dem Gefrierpunkt. Die Sonne strahlt und in den Tälern liegt noch ein wenig Morgennebel. Schneereste bedecken Felder und Wiesen.

Altes FieberDas GPS zeigt zu einem ersten Wegpunkt einige hundert Meter entfernt einen geraden Feldweg entlang. Ich genieße die frische Luft.

Laut Listing ist nur eine einfache Zahl zu ermitteln. Länge von Wanderwegen auf einer Karte ablesen, Bänke zählen, Nummern ablesen, versteckte Zahlen finden. Solch eindeutige Aufgaben führten mich heute Stück für Stück weiter. Der Weg war das Ziel.

Altes FieberVerwunschene Ecken, dunkle Täler, sanfte Anstiege führten immer wieder zu schönen Aussichten. Es ging vorbei an kleinen Höfen und Weilern durch abgelegene Ortsteile. Einiges davon war bereits bekannt, doch wie sooft beim Cachen wurde ich auch wieder an bisher unbekannte Orte geführt.

Altes Fieber

 

Back to the roots

Station für Station ging es weiter, bis dass ich ein gutes Duzend Zahlen beisammen hatte, aus denen sich mit einer einfachen Formel die Koordinaten des Finals bestimmen ließen. Auch wenn es nach einer tollen Wanderung fast nebensächlich erschien, wurde das Final gesucht und gefunden.

Es war ein tolles Erlebnis in herrlicher Natur. Kein Geocache-Jagen nach dem Prinzip höher, schneller, weiter, schwieriger oder technisch ausgefeilter. Einfach, rustikal und ursprünglich.

Ich hoffe, ich finde wieder häufiger, die Zeit für solche Dosen.

 

3 Gedanken zu „Altes Fieber

  1. Yo, das klingt ja fast schon nach den Anfängen des Geocachings, als es noch kein „Hype“ war. Mir geht es ähnlich… kaum Zeit, sowas wie ein Privatleben, dann der Job, Umzug, weitere Hobbies – somit war ich ewig nicht mehr cachen.

    Nachdem die Stirnlampe nun den Geist aufgegeben hat fand sich ein adäquater Ersatz und somit freue ich mich auf die eine oder andere gemütliche Tour bei Nacht oder einfach nur einen schönen Multi, wenn dann demnächst der Winter beginnt. 🙂

  2. Hallo,
    sehr schön geschrieben. Das ist auch die Art wie ich gerne cache, nämlich bei der Suche auch die Location bzw. die Natur erleben. Blinde Hetze nach Punkten, die scheinbar soooooo wichtig sind ist auch eine Art des Cachens, aber bestimmt nicht meine.

    Schöne Grüße
    Holger

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