Ein kleiner Wunsch der Bundespolizei – leider ungeschickt platziert

MengeDank eines Beitrages von Guido in der Facebookgruppe „Geocaching und Natur in NRW“ bin ich auf das aktuelle Titelthema des Newsletter „geodata kompakt“ vom Behörden Spiegel aufmerksam geworden, welches lautet: „Warnung vor delaborierten USBV“.

Sicher gibt es, gerade wenn technische Spielereien mit von der Partie sind, gewisse Ähnlichkeiten, die eine Unterscheidung schwer machen.


[stextbox id=“info“ caption=“Info: Behörden Spiegel“ collapsing=“true“ collapsed=“true“ mode=“css“ direction=“ltr“ shadow=“true“ mleft=“10″ mright=“10″ mtop=“10″ mbottom=“10″]Der Behörden Spiegel (Wikipedia) ist eine monatlich in einer Auflage von 104.000 erscheinende Zeitung, die sich vorwiegend an den Öffentlichen Dienst wendet. Zielgruppe sind damit vorwiegend Bundes-, Landes-, und Kommunalbehörden. Neben diesem Printwerk publiziert der Behörden Spiegel auch fünf Newsletter mit einer wöchentlichen Reichweite von ca. 300.000 Lesern.[/stextbox]

Einige Szenarien ruft die Behörden auf den Plan

Immer mal wieder sind in der Vergangenheit (z.B.: 19.04.2013, 29.12.2013, 18.01.2014) die Behörden von aufmerksamen Beobachtern auf den Plan gerufen worden, die Geocacher beobachtet haben oder einen Geocache gefunden haben, diesen Fund aber nicht als solchen erkannt haben.

Es ist zwar sicher nicht jedes Mal so spektakulär wie die 4-stündige Schleusensperrung im Rhein-Herne-Kanal im April 2006, als ein Geocache dort für eine Bombe gehalten wurde, aber sofern ein solcher Gegenstand nicht als harmlos zu identifizieren ist,  werden sie als Unbekannte Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV) klassifiziert. Dies führt manchmal sogar bis zum Einsatz von Sprengstoffspezialisten.

Vor diesem Hintergrund bittet die Bundespolizei in dem Artikel nachvollziehbar darum, dass Geocaches als solche deutlich und gut sichtbar gekennzeichnet sind, um aufwendige und damit kostspielige Einsätze zu vermeiden.

Vielleicht sei an dieser Stelle auch noch einmal an die Geocaching Guidelines erinnert:

Übrigens kann man die Sprache in der oberen Menüleiste rechts auch auf Deutsch umschalten.

Unglückliche Platzierung der Informationen

Dass die Bundespolizei Ihre Informationen über solche Fachzeitungen streut ist nachvollziehbar, aber solche Kritiken auf diesem Wege zu verteilen halte ich für äußerst unglücklich, da die relevante Zielgruppe nur durch Glück etwas davon mitbekommt.

Positives Beispiel: Bundespolizei Koblenz

Da in diesem Artikel auch „Caching-Events“ der Bundespolizei genannt worden sind, habe ich recherchiert und bin auf das „I. Event der Bundespolizeidirektion Koblenz“ gestoßen, dass am 16.06.2013 im Rahmen des Hessentages zum Thema „Bahnanlagen sind keine Spielplätze!“ stattgefunden hat.

Bleibt zu hoffen, dass die Events, die im Behörden Spiegel angekündigt wurden, auch entsprechend umgesetzt und vor allem angenommen werden.  

Bild: http://www.canva.com/

5 Gedanken zu „Ein kleiner Wunsch der Bundespolizei – leider ungeschickt platziert

  1. Nun, der Wunsch der Bundespolizei ist ja nicht wirklich neu.

    Auch schon in 2009 (und auch früher) haben die Beamten der Sicherheitsbehörden darum gebeten (http://www.geocaching.de/index.php/nuetzliches), doch bitte deutlich zu kennzeichnen.
    Und auch z.B. via Geoclub.de (https://www.google.de/#q=site%3Ageoclub.de+bundespolizei+Hinweis) wurde immer wieder mal kommuniziert, dass die im übrigen in den Nutzungsbedingungen verankerte Forderung einfach wichtig ist.

    Mir scheint, die haben in der Publikation hier abgeschrieben: http://www.geocaching.de/index.php/nuetzliches/sicherheit

    Die Information und Sensibilisierung von Drogen- und Sprengstoffspezialisten von Polizeien (Länder + Bund) findet schon jahrelang statt. Texte für polizeiliche Schulungs- und Informationssysteme wurden (nicht nur von mir) verfasst und auch eingesetzt.

    Meine Meinung: Die Diskussion, dass ein als Geocache gekennzeichneter Gegenstand eine Bombe sein kann, ist obsolet. Auch ein Feuerlöscher/Briefkasten/Ampeldrücker/Auspufftopf/Brotlaib/etc. kann einen Sprengsatz enthalten. Es gibt keinen Schutz vor hinterhältiger Vorgehensweise.

    LG
    Jörg
    Team Geocaching.de & Deutsche Wanderjugend

  2. So ein Unfug!
    Wenn nicht klar ist, ob ein Gegenstand eine Bombe darstellt oder nicht, dann muss das ausgeschlossen werden. Egal ob da nun „Geocache“ drauf steht oder nicht.
    Ansonsten würden nämlich halbwegs schlaue Terroristen auf ihre Bomben schlicht „Cachecontainer, keine Bombe“ draufschreiben und die Dinger blieben unbehelligt bis zur geplanten Detonation liegen.

    Vielleicht sollten die Behörenvertreter schlicht intern mehr Sachverstand vermitteln, in welchen Bauvolumen kein halbwegs mittelmäßiger Terrorist eine Bombe hineinbauen wird.
    Denn zumindest hierzulande haben die eben keinen hochwirksamen Plastiksprengstoff, sondern maximal selbstgebrautes TNT (und nicht mal das besonders gut).
    Folglich kann man mit den paar ml. eines Petlings, selbst mit dem 1/2 eines Small nicht wirklich sicher die vielleicht gewünschte Anzahl von $WASAUCHIMMER in den Tod reißen.
    Wer also als Nachwuchterrorist unterwegs sein möchte, der wird sich mit einer Wahrscheinlichkeit einen alten Kühlschrank, einen alten Röhrenfernseher, einen verbeulten und bekleckerten Wandfarben-Eimer oder einen abgefahrenen Autoreifen auf rostiger Felge „umbauen“. Denn solcher Schrott bleibt in normalen Großstädten mindestens tagelang am Straßenrand liegen bis sich endlich vielleicht mal die Stadtreinigung erbarmt.

    • Witzigerweise habe ich drei von den vier von Dir beschriebenen Möglichkeiten als Cache gefunden, z.T. abgelegen, z.T. aber auch im urbanen.
      Ideal wäre ggf. sicher eine Möglichkeit zur schnellen Kontaktaufnahme, wie sich z.B. auch Jäger oder Naturschützer wünschen.

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