Geocachen mit Kinder- und Jugendgruppen (Teil 2 / 2)

Zum ersten Teil des Artikels: Geocachen mit Kindern (Teil 1 / 2)
 
Immer wieder liest man in einschlägigen Foren Threads in Bezug auf das Thema Geocachen mit Kindern und Jugendlichen.

Häufig geht es dabei um zwei Schwerpunkte, welche ich in zwei Blogartikeln aufgreifen möchte:

1. Geocachen mit Kindern
2. Geocachen mit Kinder- und Jugendgruppen

In diesen beiden Artikeln möchte ich mich weniger mit den technischen Vorraussetzungen, wie GPS, Geocaching-Plattformen etc. beschäftigen, sondern einige Punkte aufgreifen, was Geocaching für diese Zielgruppen geeignet oder ungeeignet macht, und was es zu beachten gilt.

Im ersten Artikel ging es allgemein um das Geocachen mit Kindern und darum, welche Dinge es für eine erfolgreiche Schatzsuche mit Kindern zu beachten gibt, in diesem Artikel möchte ich einmal das Geocachen als Beschäftigung für Kinder- und Jugendgruppen, aber auch z.B. im Rahmen von Schulprojekten beleuchten. Wesentliche Dinge zu altersspezifischen Punkten, welche bei der Cacheauswahl zu berücksichtigen sind, sind im ersten Teil zu finden.


Geocachen mit Kinder- und Jugendgruppen

Im Zusammenhang mit Geocaching ließ und hört man in den Medien meist Stichworte wie „Bewegung in der Natur“, „Abenteuer“, „Schatzsuche“ und ähnliche Schlagworte, die Geocaching greadzu prädestiniert dazu erscheinen lassen, es auch einmal in der Kinder- und Jugendarbeit einzusetzen.

Falsche Vorstellungen

Hat man sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt, sind die Vorstellungen vom Geocaching oftmals falsch. Häufig ist ein Bild vom Geocachen vorhanden, dass man den Kindern oder Jugendlichen einfach ein GPS-Gerät in die Hand drückt, ihnen eine Cachebeschreibung ausdruckt und diese dann für den Rest der Zeit glücklich beschäftigt sind.

Das klingt natürlich erst einmal perfekt, kann man den Teilnehmern ohne großen Aufwand ein tolles Erlebnis bereiten und nach einer kurzen Einweisung in die Technik beschäftigen sie sich selbst.

Doch leider ist ein solches Bild von einigen Vorurteilen geprägt und als verantwortlicher Gruppen- oder Projektleiter sollte man sich etwas tiefer in das Thema einarbeiten, um zu beurteilen, ob Geocaching als Beschäftigung in die eigenen Rahmenbedingungen passt.

Geocaching hat Regeln

Wie jede andere Sportart auch gibt es beim Geocachen gewisse Regeln und übliche Verhaltensweisen, um den Spaß aller an diesem Hobby zu erhalten. Dies betrifft nicht nur das Verstecken eines Geocaches, wo sich der Cache-Owner an die Regeln der jeweiligen Plattform halten muss, sondern auch wie man sich beim Suchen und Finden verhält.

Nur wenn man sich mit im Vorfeld mit diesen Dingen intensiv auseinandergesetzt hat, kann dies auch der Gruppe vermitteln, welche man auf die Suche schicken möchte.

Als Einstieg könnte man sich zunächst mit folgenden Punkten in Bezug auf Geocaching beschäftigen: verantwortungsvoller Umgang mit Flora und Fauna (Umwelt- und Naturschutz!)unauffälliges VerhaltenLogbuchTraden (Tauschen von Gegenständen im Cache)Travelbugs und Geocoins sind keine regulären Tauschgegenstände!

Geocachen in der Gruppe

Zwar kommt es hin und wieder schon einmal vor, dass man im Rudel cachen geht, aber üblicher Weise ist man alleine oder in kleinen Gruppen (2-4 Cacher) auf die Suche geht. Dementsprechend beinhalten die meisten versteckten Geocaches keine gruppendynamischen Elemente.

Gerade in einer größeren Gruppe ist auch Vorsicht geboten, dass der Teil eines Caches, den man gefunden hat, auch wieder dort hin zurück kommt, wo er versteckt war und auch wieder so versteckt wird, wie er ursprünglich versteckt war. Geht eine Station oder der Final durch viele Hände kommt es häufig nach dem Prinzip der „Stillen Post“ dazu, dass das Versteck wandert und nicht mehr dort zu finden ist, wo Hint und Spoiler hinzeigen. Daher sollte immer derjenige das gefundene in das Versteck zurücklegen, der es gehoben hat.

Anzahl der GPS-Geräte zum Geocachen

Prinzipiell kann man auch mit nur einem GPS-Gerät in einer größeren Gruppe auf die Schatzsuche gehen. Doch gerade in einer größeren Gruppe ist es unvorteilhaft, wenn einer sagt, wo es lang geht und die übrigen Teilnehmer nur noch mitlaufen können. Vorteilhaft ist je 1 GPS Gerät pro 1-3 Teilnehmer, wobei die Technik auch beherrscht werden sollte.
Dabei ist aber auch zu berücksichtigen, dass sich in diesem Fall Kleingruppen bilden werden, welche dem Gruppenerlebnis in der Gesamtgruppe nicht zuträglich sind.

Mobilität von Kinder- und Jugendgruppen

Ein nicht zu unterschätzender Faktor beim Geocachen ist die Anreise zum Geocache. Die wenigsten Cacheowner nehmen beim Anlegen Ihrer Geocaches auf eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln Rücksicht. Mag dies in der Stadt noch unproblematisch sein, potentiell geeignete Geocaches zu erreichen, kann dies im ländlicheren Bereich zum unüberwindbaren Hindernis werden.

Wissen erarbeiten

Wie bereits im ersten Teil dieser Serie geschrieben, können schwierige Rätsel den Spaß am Geocachen schnell verleiden. Doch bieten diese, in Multicaches oder Mysteries, auch das Potential, sich mit neuen Themen auseinanderzusetzen zu müssen und führen Kinder und Jugendliche an neue Wissensgebiete heran.

Vielleicht kann es besser sein, eine herkömmliche Schnitzeljagt mit abwechslungsreichen Stationen, welche auf die Zielgruppe abgestimmt sind, zu realisieren. Schöne Vorschläge kann man mit Hilfe von Suchmaschinen, aber auch z.B. auf Praxis Jugendarbeit finden.

Auf diese Weise kann man sicherstellen, dass die Teilnehmer ein perfektes Gruppenerlebnis geboten bekommen, ohne an bestehende Regeln gebunden zu sein. Da bei einer solchen Variante, die nicht auf einer öffentlichen Plattform gelistet ist, der Schatz i.d.R. nur von den Teilnehmern gefunden wird, kann man hier auch sicherstellen, dass der Schatz auch etwas Interessantes enthält.

Einen eigenen Geocache legen

Gerade in längeren Projekten besteht häufig der Wunsch irgendwann auch mal einen eigenen Geocache zu verstecken und auf einer der bekannten Plattformen zu veröffentlichen. Hat man bei der Suche nach einigen Geocaches gelernt, auf welche wichtigen Punkte es ankommt und sich mit den Guidelines auseinander gesetzt, sollte ein ansprechender Geocache kein größeres Problem darstellen. Doch sollte man sich im Vorfeld Gedanken machen, wie die regelmäßige Wartung eines solchen Geocaches auch über den Projektzeitraum hinaus gewährleistet werden kann.

Geocachen macht Spass

Geocachen macht auch – und gerade – mit Kindern und Jugendlichen Spaß, doch kann und darf man keinen Selbstläufer erwarten. Wie bei nahezu jeder anderen aktiven Freizeitgestaltung bedarf es ein wenig Vorbereitung und Planung, um dies zu einem gelungenen Erlebnis werden zu lassen.

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