Langenselbold: Geocachen von Amts wegen verboten?

Einige Cache-Owner, die Ihre Dosen in der Region Langenselbold versteckt hatten haben in den letzten Tagen enttäuscht festgestellt, dass einige Ihrer Dosen zwangsarchiviert wurden. Dort wurde in großem Maßstab die Archivierungskeule geschwungen, glaubt man der Diskussion in der Grünen Hölle, waren überwiegend 08/15 Tradis betroffen, schaut man im Geocaching Wetterau Forum, war auch die eine oder andere nette Dose mit dabei. Ich kenne zwar die örtlichen Gegebenheiten nicht, möchte mich aber dennoch mit dem Thema auseinandersetzen.


Hohe Dosendichte lockte Statistikcacher an

Vor der Archivierungswelle wies das betroffene Gebiet eine recht hohe Dichte an Tradis auf. Alleine dieser Umstand, viele Punkte auf engem Raum lockt eine Vielzahl an Cachern an, die schnell Ihre Statistik aufbessern wollen. Eine entsprechend höhere Belastung für die umliegende Natur geht durch den häufigen Besuch mit einher, selbst wenn alle Cacher sich umsichtig verhalten. Dass solche Dosen auch häufiger nachts bei Dunkelheit gesucht werden, selbst wenn im Listing steht, dass dies zu vermeiden ist, ist unbestritten.

Konflikte vorprogrammiert

Zum Teil liegen die Dosen schon seit mehr als drei Jahren, ohne dass es Hinweise auf Probleme gegeben hat, doch mit steigender Anzahl an Geocachern und auch mit steigender Cache-Dichte steigt das Potential für Konflikte mit Naturschützern, Förstern und Jägern. Vor allem letztere, welche für „ihren“ Wald vermutlich eine nicht unerhebliche Jagtpacht entrichten müssen fühlen sich in ihrem Revier gestört und wenden sich an den Grundeigentümer, die der Stadt Langenselbold.

Dieser wiederum wendet sich an Groundspeak bzw. Opencaching.de und bittet um eine Archivierung der Geocaches.

Caches werden archiviert

Selbstverständlich reagieren die Plattformen und schicken die betroffenen Geocaches ins Archiv.

Hallo Owner,

auf Bitten der Stadt Langenselbold (der scheinbar der Wald, Grund und Boden gehört, auf dem sich der Cache befindet) wird dieser Cache archiviert und das Listing gesperrt. Bitte entferne deinen Cache so schnell wir möglich.

Bei Fragen bitte entweder direkt an die Stadt Langenselbold oder an appeals@groundspeak.com wenden.

[…]

Interessant an diesem Archivierungs-Log finde ich vor allem die gefettete Stelle. Der Reviewer scheint sich nicht einmal selbst sicher zu sein, ob der Beschwerdeführer überhaupt der zuständige Eigentümer ist.

Unverständliche Aktion – aber auch nachvollziehbar

Für eine Region, die mit den Wander- und Freizeitmöglichkeiten für Naturfreunde in Wäldern, Natur- und Auenschutzgebieten wirbt, ist eine solche Archivierungsaktion aller in einem Gebiet liegen Geocaches mir völlig unverständlich. In anderen Regionen wird das Geocachen gezielt gefördert um Naturschutz und Nutzer in Einklang zu bringen und Menschen wieder mehr in die Natur zu bringen.

Das problematische Dosen archiviert gehören, steht außer Frage, aber ob dieser Weg der richtige ist, wage ich zu bezweifeln.

Doch stehen dem Grundbesitzer, gerade wenn eine Vielzahl an Dosen auf seinem Eigentum versteckt ist, kaum andere Wege zur Verfügung, als über die Plattform zu gehen. Oft genug weiß er nicht einmal, wie gut vernetzt Geocacher untereinander sind und sich auch ohne Eskalation Lösungen finden lassen.

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