Lost Places auf Bahngelände

Lost Places üben auf viele von uns eine große Faszination aus, ich möchte mich da nicht einmal ausnehmen. Alte Industriekomplexe, verwaiste Infrasstruktur, alte Bahnanlagen, verlassene Militär-komplexe, Abbruchhäuser oder Bauruinen – es gibt viele stumme Zeugen vergangener Tage, welche nur darauf warten entdeckt zu werden. Mancherorts scheint die Zeit stehen geblieben zu sein und man kann fast noch das verblasste Schnaufen der stählernen Rösser vernehmen. Doch es droht eine heimtückische Gefahr.


Beim PodKaffeCast 218 vom Berufsgeocacher bin ich darauf aufmerksam geworden, dass zwei Geocacher auf einem Lost Place noch vor Ort eine Verwarnung bezahlen mussten durften und dabei augenscheinlich noch ganz gut weggekommen sind.

Lost Places, überschaubare Risiken

Ok, Lost Places liegen sicherlich rein rechtlich betrachtet meist in einer dunkelgrauen Zone. Abhängig vom Einzelfall, wird es sich überwiegend um ein unbefugtes Betreten handeln. Wird man erwischt, droht möglicherweise eine Anzeige auf Grund von Hausfriedensbruch nach §123 StGB. Dieser wird jedoch nur auf Antrag des Geschädigten – in diesem Fall des Grundeigentümers – verfolgt. Kommt es dennoch zur Anzeige, wird das Verfahren gegen Zahlung einer Summe an eine gemeinnützige Organisation eingestellt, sofern es überhaupt aufgenommen wird. Hin und wieder wird aber auch mal ein Exempel statuiert.

Daher war ich auf Grund der sofort fälligen Verwarnung zunächst etwas verwundert, zumal zu der im Log angesprochenen „Bahnbetriebsstättenverordnung“ nirgends etwas zu finden war. Eine Betriebs- bzw. Arbeitsstättenverordnung regelt zudem gewöhnlich andere Dinge, die sich mit Sicherheit nicht um das unbefugte Betreten aufgegebener Bahngelände drehen.

Umgehende Strafen drohen

Nichtsdestotrotz hat die Bundespolizei durchaus auf Gundlage der „Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung“ (EBO) bzw. „Allgemeines Eisenbahngesetz“ (AEG)  die Möglichkeit entsprechende Ordnungswidrigkeiten auf Bahngelände auch ohne Antrag der Eigentümer zu ahnden. Dabei halte ich es trotzdem für fraglich, ob ein solcher Lost Place tatsächlich noch unter die Wirkungsbereiche dieser Regularien fällt.

Dieser Text ist weder als Rechtsberatung zu verstehen, noch übernehme ich Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Dieser Text soll lediglich dazu anregen, sich für sich einmal mit der Thematik auseinander zu setzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.