OC.de – Aus den Augen aus dem Sinn? Wie geht man damit um?

Anfang des Jahres hat in meiner erweiterten Homezone eine Archivierungswelle eine ganze Reihe Geocaches auf Geocaching.com ins Archiv geschickt. Hintergrund ist wohl ein Grundeigentümer gewesen, der auf seinem Land überhaupt keine weiteren Geocaching-Aktivitäten mehr wünscht, nachdem es dort ein wenig aus dem Ruder gelaufen ist und der höher-, schneller-, weiter-Wahn mit immer mehr Caches um sich gegriffen hat.

Sicher ist eine solche Reaktion durchaus verständlich und nachvollziehbar.  

Doch durch Zufall schaute ich vor einigen Tagen seit langem einmal wieder auf die Opencaching.de-Karte und stellte zu meinem Verwundern fest, dass in dem fraglichen Gebiet durchaus noch die eine oder andere Dose zu suchen ist, zum Teil waren es Dosen, die auf GC.com bereits archiviert worden sind, zum Teil OC-only-Caches.


Potential zur Verschärfung eines Konfliktes?

Ich weiß nicht, ob der Grundeigentümer im Vorfeld recherchiert hat, ob und auf welche Karte er geschaut hat und ob diese Dosen von ihm auf der kleineren Plattform geduldet sind. Fakt ist, dass diese dort wesentlich seltener gesucht und gefunden werden.

Auf der anderen Seite sprachen die Archivierungs-Logs des Reviewers auf GC.com eine sehr deutliche Sprache gegen die weitere Ausübung in diesem Gebiet.

Sollte der Grundeigentümer wirklich grundsätzlich etwas gegen unser Hobby haben, wird es vermutlich keinen positiven Einfluss auf seine Grundhaltung haben, dass dort weiter der Aktivität „Geocaching“ nachgegangen wird, obwohl er sich explizit dagegen ausgesprochen hat.

Sollte diese Variante zutreffen, hat dies sicherlich ein gewisses Potential die Situation zu verschärfen.

Wie reagieren?

Sicher gibt es verschiedene Möglichkeiten, auf diese Situation zu reagieren.

  • Owner der bestehenden Dosen anschreiben und auf die Problematik hinweisen.
  • Die Geocaches bei OC.de melden (Auf welcher Grundlage?)
  • Den Grundeigentümer kontaktieren (Schwierig, ich habe keine Kontaktinformationen)

Doch keine dieser Varianten, die in diesem Einzelfall vielleicht zielführend sein können löst das grundsätzliche Problem, vor dem ein Grundeigentümer steht.

Eine grundsätzliche Problematik?

Letztendlich hat sich der Grundeigentümer dagegen ausgesprochen, dass der Freizeitaktivität „Geocaching“ auf seinem Grund und Boden mit allen seinen negativen Folgen nachgegangen wird. Ihm wird es Grundsätzlich egal sein, auf welcher Plattform ein Cache gelistet wird, so lange er gesucht wird.

Egal ob Geocaching.com, Opencaching.de, Opencaching.com oder wie auch immer die Plattform heißen mag, das Listing bereit hält und es findbar ist, und auch gesucht wird, wird sich dieser Grundeigentümer über die uneinsichtigen Schatzsucher ärgern.

Es ist Ihm als Außenstehender kaum zumutbar, sein Grundstück für solche Aktivitäten auf allen Plattformen sperren zu lassen. Er wird eher anstreben, dass dieses seltsame Hobby generell verboten wird.

Jeder ist gefragt, unser Hobby zu erhalten

Dem Konflikt kann der Wind aus den Segeln genommen werden, wenn wir alle auch mal über den Tellerrand blicken, schauen, was um uns rum passiert, und auch die Courage haben bei Missständen oder potentiellen Konflikten die Initiative zu ergreifen.

Sicher macht es Sinn im Vorfeld mit den Grundeigentümern/Pächtern zu sprechen, bevor überhaupt ein Cache dort gelegt worden ist.

[Ich habe die Owner der betreffenden Caches angeschrieben. Mal sehen was passiert.]

6 Gedanken zu „OC.de – Aus den Augen aus dem Sinn? Wie geht man damit um?

  1. Ich kann den Artikel von Pingback gut verstehen, genauso, wie machen Grundbesitzer. Leider sind es auch im Fußball wenige, die sich so verhalten, dass es zu Konsequenzen kommt und hier ist es genauso. Dabei sind Owner und Cacher dran gehalten, das Hobby ordentlich zu betreiben. Die wilde Sau, die im Wald ein Schlachtfeld hinterläßt ist genauso das Problem, wie der Owner, der einer 50-Dosen-Reihe durch für Autos gesperrtes Gebiet legt. Man muss damit rechnen, dass manche mit dem Auto dahin fahren und ich kann doch für so eine Serie auch eine befahrbahre Strecke wählen. Hier geht es ja nicht mehr primär um einen Aussichtspunkt. Beides hat was mit Vorausschauen und Rücksicht zu tun.
    Was ich aber nicht vertehe und auch nicht ganz von GC nachvollziehen kann, ist dass alles daran getan wird, anderen Recht zu machen. Auch wir Geocacher haben Rechte.
    So ist der meiste Wald z.B: trotz Eigentümer für jeden Bürger frei betretbar. Wie Spazieren gehen oder Pilze sammeln ist auch das Cachen erlaubt und Dosen sind kein Abfall und damit auch keine Umweltverschmutzung. Auch wenn man auf Jagdzeiten (.z.B. Vollmond) Rücksicht nehmen sollte, hat der Jäger nicht mehr Rechte als der gemeine Bürger und Geocacher. Naturschutz, Schonzeiten, Sperrschilder oder Eigentum im Rahmen von nicht öffentlichem Privatbesitz ist o.k. und sollte tabu sein.
    Meines Erachtens werden die Cacher aber mitlerweile zu sehr beschnitten, was schon fast an Entzug von Rechten rangeht.
    Übrigens hat man in Bayern versucht rechtlich dagegen vorzugehen (vor allem seitens Förster und Jäger) und in diesem konservativen Bundeland ist die Klage seitens der Staatorgane mit Pauken und Trompeten abgeschmettert worden. Eben gleiches Recht für alle!
    Ich wurde auch schon auf einen NC von einem Bauern (kein Jäger) angepöbelt und dabei war es Neumond, wo eh kein Jäger raus gegangen ist. Ich kenne eine Fall, wo ein Wichtigtuer die Polizei rufen wollte, bis sich der Cacher selbst als Besitzer des Waldstückes offenbarte.
    Fazit meinerseits: Rücksicht nehmen beim Cachen und vorher überlegen, wo ich die Dosen hinlege, aber man muss sich auch nicht alles gefallen lassen. Regeln sind manchmal gut und nützlich, aber man muss auch nicht übertreiben und beide Seiten haben Rechte und Pflichten.
    Die Kontroverse wird sicherlich weiter gehen, vor allem solange einige keine Rücksicht nehmen, aber ich denkem Cachen kann und wird nicht verboten werden. Da helfen eher Diskussionsrunden mit beteiligten Gruppen, um Interesse und Belange der anderen zu sichten aber auch beidseitig zu akzeptieren. Mal sehen, was noch alles passiert…

  2. Pingback: Warum ich mir das cachen nicht verbieten lasse… » Hilftdirweiter.de

  3. Auch wenn ich die Meinung von Busche akzeptiere, bin ich der gleichen Meinung wie der Urheber.

    Wenn man glaubt, dass das Umgehen von gc.com Einschränkunen durch das Listen auf einer anderen Plattform gut für unserer Hobby sei, so liegt man meiner Meinung nach falsch.

    Wenn die Lösung ist, dass die Caches nur noch 1-2 mal im Jahr gefunden werden, damit es keine Probleme gibt, dann braucht man sie doch eigentlich auch nicht legen.

    Heiko

  4. Sorry! Aber ich glaube, du übertreibst hier doch ziemlich!

    Aus einem Archivierungslog auf gc.com geht genau was hervor? Nichts! Niemand weiß, ob es sich bei dem Beschwerdeführer tatsächlich um den Grundstückseigentümer handelt und niemand weiß, was ihn letztendlich stört. Vorausgesetzt die Beschwerde stammt tatsächlich vom Grundstückseigentümer, dann fühlt er sich aktuell wohl nicht mehr gestört. Er weiß entweder nicht, dass dort noch Dosen gesucht werden (dann stört es ihn auch nicht) oder er weiß es, stellt aber fest, dass sich die Sucher weniger störend verhalten oder es zumindest deutlich weniger sind. Also, warum ein Problem schaffen, wo offensichtlich niemand ein Problem hat? Aus vorauseilendem Gehorsam? Okay! Man kann durchaus der Meinung sein, dass jeder cache der ohne Genehmigung gelegt wurde, möglicherweise aus einem Grundstückseigentümer einen „Geocacaching-Gegner“ machen könnte. Wer diese Gefahr sieht, sollte sich aber nicht um OC- oder OX-Dosen kümmern. Die werden im Schnitt wohl 1 mal im Monat besucht, das Konfliktpotential ist da eher gering. Da sind doch die g$-Caches potentiell viel gefährlicher, insbesondere die mit über 100 finds/Jahr und die mit vielen Fav-Punkten. Da besteht sicher größerer Handlungsbedarf. Wenn man also Grundstückseigentümer kontaktieren möchte, dann sollte man dort anfangen.

    BTW: Auf der OC-Karte waren auch während der ganzen Aufregung um die GC-forever-Runde OC-caches auf Altensteiger Gemarkung gelistet. Die haben vorher niemanden gestört, es hat niemanden gestört, dass die trotz des „Geocaching-Verbots“ dort lagen und es stört niemanden, dass sie dort liegen, nachdem das Geocaching-Verbot wieder aufgehoben wurde.

    • Selbst die „g$-Caches potentiell viel gefährlicher, insbesondere die mit über 100 finds/Jahr und die mit vielen Fav-Punkten“ halte ich für absolut unproblematisch, wenn diese entsprechend abgesprochen sind.

      Den aktuellen Trend, auf andere Listing-Plattformen auszuweichen, um damit einer vermeintlichen Willkür auf GC.com zu entgehen, um dort potentiell problematische Geocaches zu legen/zu listen halte ich durchaus für bedenklich.

      Als Grundeigentümer würde ich mir ein wenig an der Nase herumgeführt vorkommen.

      In Niedersachsen haben wir es ja schon in die Ausführungsbestimmungen zum Landeswaldgesetz geschafft, so dass der Grundeigentümer durchaus eine rechtliche Argumentationsgrundlage hat, Geocaching als unzumutbare Nutzung nicht dulden zu müssen.

      Übrigens gilt auch auf OC.de der Grundsatz: „Der Besitzer und/oder Eigentümer des Grundstücks muss das Legen des Geocaches gestattet haben.“ und da halte ich es zumindest für legitim, den möglicherweise betroffenen Owner auf die Problematik hinzuweisen.

      • Die Dosen sind doch in den seltesten Fällen das Problem. Probleme entstehen doch erst durch die suchenden Cacher. Meine Dosen sind seit Jahren nur noch bei OC und OX gelistet und für keine Dose habe ich irgendwen um Erlaubnis gefragt. Wenn nun ein Förster eins meiner Listings entdeckt, dann sieht er 1-2 Logs pro Jahr. Wird er sich deswegen ärgern? Vermutlich nicht! Tatsächlich werden meine Caches ca. 12 mal im Jahr besucht. Aus den Papierlogs lese ich, dass es überwiegend Familien mit Kindern sind, die meine Dose suchen. Wenn nun ein Förster eine dieser Familien bei der „Schatzsuche“ erwischt, wird er sich darüber ärgern? Vermutlich nicht! Also wo ist das Problem?

        Zum Thema Extremcaching, blackcaching etc:
        Seit Jahren haben einzelne Owner ihre auf gc.com zwangsarchivierten Caches bei OC oder OX weiter bestehen lassen. Selbst bei vorher stark frequentierten Nachtcaches ließ das Interesse der großen Masse schlagartig nach und die Besucherzahlen sanken drastisch. Das wird auch in Zukunft so sein. Auch extremcaching wird nicht die Massen mobilsieren, wie es gc.com tut. Diese Caches und seien sie noch so „problematisch“, werden vermutlich immer unterhalb der Wahrnehmungsschwelle bleiben und niemand wird auf die Idee kommen wegen 5 Cachern/Jahr irgendwelche Aktionen zu starten.

        Bislang hat noch kein außerhalb von gc.com gelisteter Cache für größere Aufregung gesorgt. In Altensteig war es ein G$-Powertrail der für ein (vorübergehendes) Cachingverbot gesorgt hat, in Lagenselbold ging es überwiegend um G$-Caches, trotzdem ist es dem OC-Team gelungen, die Wogen zumindest einigermaßen zu glätten. In Niedersachsen waren es wohl auch keine OC oder OX Caches, die zur Aufnahme von „Geocaching“ in die Ausführungsbestimmungen geführt haben und wenn man sich nun in Magdeburg mit dem Thema „Geocaching“ beschäftigen wird, dann liegt das auch nicht an extremcaching oder blackcaching…

        Ja, vielleicht wird irgendwann auf irgendeiner Plattform auch so ein Hype entstehen, wie auf gc.com… Okay, dann werden die Betreiber reagieren müssen. Aber bis dahin werden erstmal noch hunderte G$-Cacher dafür sorgen, dass Geocacher als Naturfrevler/Einbrecher/Selbstmordkandidaten/… wahrgenommen werden.

        Wer sich also wirklich um die Zukunft des Hobbys sorgt, sollte dort aktiv werden, wo es aktuell Probleme gibt und nicht dort, wo es vielleicht irgendwann Probleme geben könnte. Aber vermutlich liegt genau hier das Problem, denn Seiten wie extremcaching machen deutlich, dass es wohl zur „Rettung“ des Spiels nicht ausreicht, auf Jagdmessen Telefonnummern zu verteilen unter denen man mit einem Anruf ganze Wälder geocacherfrei machen kann.

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