Prora – Eine schockierende Reise in das ewig Gestrige

Vor einigen Wochen hatte ich darüber gebloggt, dass ich es fragwürdig finde, im Rahmen des Mega-Events in Prora auf Rügen, eine „GC-KDF-Mall“ zum Shoppen anzubieten. Ich stellte in Frage, ob vor dem Hintergrund der Geschichte dieses Gebäudekomplexes sensibel genug mit den Themen der Vergangenheit umgegangen wird.

Nun hatte ich die glückliche Gelegenheit, mich vor Ort umzusehen und mir mein eigenes Bild zu machen. Und ich bin ehrlich gesagt schockiert.


Gut, der Koloss von Prora, wie der Komplex des KDF-Seebades auch genannt wird, ist schon ein beeindruckendes Bauwerk, das in weiten Teilen dem Zerfall überlassen ist.

Andere Teile der Gebäude sind inzwischen anderen Nutzungen zugeführt worden, z.B.

So war mein erster Eindruck vor Ort sehr ernüchternder. Geprägt von -sagen wir es vorsichtig- markanten Wegweisern zu den diversen Angeboten machte sich leider schnell die Stimmung von Touristen-Nepp breit. Das ewig Gestrige scheint dort zur Karikatur seiner selbst geworden zu sein. In diesem Umfeld sind Anspielungen auf die Vergangenheit nicht nur möglich, sondern gehören zum Programm des „Erlebnisbesuches“*.

Kopfschüttelnd kamen umgehend Erinnerungen an andere Touristenfallen hoch, um die sich eine einsprechende „Infrastruktur“ gebildet hat.

Selbstverständlich gibt es auf Grund der Weitläufigkeit der Anlage aber auch noch wirklich verlassene Ecken zu erkunden.

*Selbstredend werden auch auf geführte „Geo-Caching“-Touren für das ultimative Prora-Erlebnis angeboten. Flyer dazu gibt es sowohl vor Ort, als auch im naheliegenden Seebad Binz. Kostet auch „nur“ 24,- € pro Person für ca. 3 Stunden.

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