Sind Geocacher ein Problem?

Gerade habe ich beim Neheimer Geocacher einen Beitrag gelesen, zu dem ich „nur“ einen Kommentar schreiben wollte. Dieser ist beim Verfassen so ausführlich geworden, dass er dort jeglichen Rahmen gesprengt hätte. Daher habe ich diesen Artikel daraus gemacht.


Der Beitrag handelte davon, dass ein Geocacher Trackaufzeichnungen von Nachtaches auf eine Plattform stellt, und diese dort relativ einfach gefunden werden können, wenn man nach dem Cachenamen sucht. Dies ist auf keinen Fall im Sinne der jeweiligen Owner, aber als problematisch sehe ich dies nicht, da:

  • Zum einen sind das nicht die Masse an Caches, dort veröffentlicht worden sind, aktuell 6 Tracks und er ist nur sporadisch aktiv und das bereits auch seit längerem nicht mehr, obwohl gerade Nachtcachesaison ist.
  • Zweitens muss man sich -zumindest als Jäger oder Förster- intensiv mit der Materie auseinandersetzen, um von einem Versteck im Wald auf einen Geocache zu kommen, den Namen herauszufinden, um dann mit dem Namen des Caches die Trackaufzeichnung zu finden.

Gerade, wenn ich als Jagdtpächter Pacht für mein Revier bezahlen muss, und dies dann auch noch in meiner ohnehin knappen Freizeit hegen muss, oder ich als Forstwirt der Bewirtschaftung ganzer Landstriche mein Geld verdienen muss, wäre mir dieser immense Aufwand zu hoch.

Einfache Informationsbeschaffung bei entsprechender Legitimation

Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit mit einem Verwalter eines Großforstes zu sprechen, auf deren Gelände ca. 180 Dosen versteckt liegen (auf über 2200 ha Forstbetrieb). Von deren Seite aus, ist dies eine Anfrage an die jeweiligen Plattform-Betreiber, welche Dosen wo auf ihrem Grund liegen und sie erhalten die jeweiligen Koordinaten der physikalisch versteckten Stationen, unabhängig davon, ob Mysterie, Multi, oder Tradi. Selbiges gilt übrigens auch für einen Kreisjagdverband in meiner Nähe, über den die dort organisierten Jäger bei den Plattformbetreibern anfragen können.

Die brauchen sich also nicht die Mühe machen, irgendwelche Tracks zu suchen, um dann zu vermuten, wo die Verstecke liegen könnten. Bei entsprechender Legitimation erhalten die Großgrundbesitzer, Forstverwaltungen und Jägerschaften übrigens auch eine kostenlose PM von Groundspeak eingeräumt. Ein „Verstecken“ von Geocaches auf diesem Wege ist prinzipiell nicht möglich bzw. nötig.

Gesteigerter Freizeitdruck durch Geocacher?

Aber bisher einhelliger Tenor, aller Jäger und Förster, mit denen ich bisher Kontakt hatte, war glücklicherweise, dass wir Geocacher in der Masse der Waldnutzer ohnehin untergehen. Im obigen Beispiel geht man Anhand der Logs davon aus, dass die 180 Dosen im Mittel ca. 2x pro Tag besucht werden, manche mehr manche weniger. Selbst wenn hinter jedem einzelnen Log ein Team von zwei Cacher steht, sind dies gerade einmal 180 Caches x 2 Besuche x 2 Cacher = 720 Cacher, die dort im Wald unterwegs sind, überwiegend auf Wegen. Prinzipiell hört sich dies erst einmal nach einer großen Belastung an, doch betrachtet man den Gesamtzusammenhang, relativiert sich diese Zahl schnell.

Anteil der Geocacheran allen Naturnutzern verschwindend gering

Da das Waldgebiet zwischen mehreren größeren Städten in NRW liegt und auch ein wenig zersiedelt ist, stehen den paar Cachern täglich ca. 40.000 Naherholungsuchende, Jogger, Nordic-Walker, Wanderer, Spaziergänger, Hundebesitzer, Mountainbiker, Reiter, Pilzsucher etc. gegenüber. Das heiß Geocacher bilden gerade einmal den verschwinden geringen Anteil von 1,8% der Waldnutzer.

Selbst wenn sich die Zahl der dort suchenden Geocacher verzehnfacht, bilden diese Gruppe nur einen marginalen Anteil an allen Nutzern.

Selbstverständlich bedeutet dies nicht, dass es nicht zu punktuellen Problemen kommen kann, vor allem dann, wenn gewisse Spielregeln im Umgang mit der Natur nicht eingehalten werden.

[Edit 27.01.2012: Rechtschreibfehler & Rechenfehler beseitigt.]

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