Unterschätzte Gefahren beim Geocachen: #1 Die Wathose

Sicherlich kennen die meisten von euch Situationen, über die man nachher denkt: „Oha, das hätte auch schief gehen können.“

Etwas unerwartetes passiert, Bedingungen wurden unterschätzt, Faktoren nicht berücksichtigt und schon kann es gefährlich werden. Frei nach dem Motto „nur vor Gefahren, die man kennt, kann man sich schützen“ möchte ich in einer losen Serie ein Auge auf diese unscheinbaren Dinge werfen.

Es geht hier nicht um hohe T-Wertungen, welche spezielle Ausrüstung und das damit verbundene Wissen erfordern und auch die nötige Umsicht voraussetzen. Vielmehr soll das Augenmerk auf Dinge gelenkt werden, welche sich für den unbedachten Cacher schnell zum Risiko entwickeln können.

Gerne könnt Ihr mir Vorschläge unterbreiten, welche Themen in dieser Serie aufgegriffen werden.


Heute: Die Wathose

Auf einer kleinen Insel im Teich, unter einer kleinen Brücke über einen Bach, um solche Caches schnell und komfortabel zu erreichen bieten sich Wathosen einfach an. Ja nach Ausführung sind sie schon für weit weniger als 20 € auch schon mal im Lebensmitteldiscounter als Anglerzubehör zu haben. Bis zum Hals vor dem nassen Element geschützt, trauen sich plötzlich viele an diese Herausforderungen heran. Schnell geht es auch über die mit Gummistiefeln erreichbaren Dosen hinaus.

Tückische Gefahren warten

Gerade in fließenden Gewässern überschätzen viele die Fähigkeiten der neuen Errungenschaft. Mit zunehmender Wattiefe steigt die Kraft, die das strömende Wasser auf die Wathose ausübt exponentiell an. Die weite Hose wirkt zudem noch wie ein Segel, so dass hohe Kräfte aufgebracht werden müssen, um der Strömung entgegen zu wirken. Recht schnell wird man erschöpft.

Die zweite Gefahr lauert bei einem Vollaufen der Hose. Ein übersehender Stacheldraht, ein Ast unter Wasser, überschreiten der Wattiefe, ein Sturz auf rutschigem Gewässergrund, es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, ungewollt schnell große Mengen an Wasser in die Wathose zu bekommen. Füllt sie sich einmal, werden jegliche Bewegungen erheblich erschwert, wenn nicht gar unmöglich. Oft entstehen dabei größere Luftblasen in den Beinen, welche für Auftrieb sorgen – tragischerweise am falschen Körperende. Abhilfe kann in einer solch misslichen Lage nur noch eine Rettungsweste schaffen, auf die viel zu oft verzichtet wird.

Sorgt man bei dem Einsatz einer Wathose in einem strömenden Gewässer mit einer Sicherungsleine für ein trügerisch gutes gesichertes Gefühl, kann sich der Wathosenträger bei einem Sturz unvermittelt in einen Treibanker verwandeln. Dieser folgt der Strömung und zieht meist Unglücksraben unter Wasser, der kaum eine Chance hat rechtzeitig seitlich aus der Strömung herauszuschwimmen.

Vor einiger Zeit konnte ich mir selbst von den wirkenden Kräften in einem kleinen Gartenteich machen. Ein unbedachter Griff Richtung Teichpumpe, ein leichtes Vorbeugen reichten, um die Hose teilweise zu fluten. In diesem Moment war ich froh um die (helfende) rettende Hand am Ufer.

Nicht umsonst warnt der DLRG vor dem unbedachten Einsatz von Wathosen und verschiedene Rettungs-/Katastrophenschutzdienste empfehlen einen Einsatz von Wathosen bis max. 40/50 cm Wassertiefe bei strömenden Gewässern.

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