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Lost Places – Ist ein Umdenken nötig?
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Geocaching - Am Rande
Geschrieben von: DasLangeSuchen   
Mittwoch, den 08. September 2010 um 15:07 Uhr

Nach dem Unfall zweier 14 Jähriger in einer Industrieruine in der Nähe von Sankt Augustin stellt sich für mich die Frage, ob eventuell ein Umdenken bei Geocaches an bzw. auf Lost Place's nötig ist.

Unabhängig davon, aus welchen Gründen sich die beiden Jugendlichen in diesem Fall auf dem Gelände in Gefahr gebracht haben, gibt es mindesten einen Cache der auf diese Industrieruine verweist. Zum Finden dieses Caches ist es nicht notwendig, sich in Gefahr zu begeben und gesperrte Bereiche zu betreten.

Aber reicht das?

Verführung zum Risiko

Wie bei solchen Caches häufig, sind auch hier sinngemäß Logs zu finden, wie:

„Die Dose haben wir schnell gehoben. Danach haben wir noch das Gebäude erkundet, war Klasse!"

Quelle: Frei nach einem Log

Suggerieren solche Logs, teilweise auch mit Fotos, nicht dem ahnungslosen – weil LP-unerfahrenen – Cacher, dass trotz der Hinweise des Owners im Listing ein Betreten der Ruine problemlos möglich ist?

Gerade, wenn man solche Bilder und Log's im Kopf hat, wenn man sich auf die Suche nach der Dose begibt, erliegt man schnell dem Reiz des Abenteuers, als auf die möglichen Gefahren Rücksicht zu nehmen – je unerfahrener, desto schneller. Dann geht man einen Schritt weiter, schätzt Gefahren falsch ein oder überschätzt sich selbst. Selbst erfahrene LP-Erkunder bleiben nicht vor Überraschungen, die manche marode Bausubstanz bereit hält, verschont.

Sicherlich gibt es noch diverse andere Gründe weshalb Lost Places betreten werden – seinen es (Amateur-)Fotografen, Sprayer, Hobbyhistoriker, nicht nur Geocacher

Cacher werden jünger – und damit unerfahrener

Aber seit Schulen und Jugendorganisationen in Projekten, AG's, auf Freizeiten oder in Jugendgruppen das Geocachen als Hobby fördern, dürfte das es einer der Gründe sein, die mit das jüngste Publikum ansprechen. Diese Institutionen bieten das Cachen zwar nicht mit der Intension an, Lost Places zu begehen, aber wird das Hobby privat weiter geführt, landet man früher oder später mal auf einem.

Klar, kann man sich auf den Standpunkt stellen, jeder muss wissen, was er tut, bzw. welche Dosen er sucht, und was er dann macht. Aber gilt dies auch für jede cachende Altersgruppe? In einer mir bekannten Schule wird eine Geocaching-AG ab der 7. Klasse angeboten (Alter ca. 12-13 Jahre).

Sollten Logs und Listings vielleicht ein wenig abgeklärter verfasst werden und die Gefahr solcher Plätze noch stärker mit in den Vordergrund gestellt werden?

Wenn ein Begeher einer Location schreibt, dass er schon ein mulmiges Gefühl hatte, als er Teile des Daches im Erdgeschoss gefunden hat, aber dennoch bis in die zweite Etage vorgedrungen ist, geht er dann nicht solchen (Jung-)Cachern mit schlechtem Beispiel voran? Spornt er nicht dazu an, vielleicht noch etwas mehr zu wagen?

Anmerkung: Auf Grund des sensibelen Themas Lost Places habe ich in diesem Artikel bewußt auf Links auf die zu Grunde gelegten Beispiele, Waypoints, Logs,...verzichtet, grundsätzlich dürfte dieser Sachverhalt aber bei vielen entsprechenden Locations ähnllich gelagert sein.

 

Wie sollte bei Lost Places gelistet/gelogt werden?

höher, schneller, weiter – das ist schließlich der Reiz - 10.4%
sachlich, neutral – weil’s den Tatsachen entspricht - 56.7%
ACHTUNG GEFÄHRLICH! – andere sollten gewarnt sein - 32.8%

Total votes: 67
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Kommentare (9)
  • chris lüneburg  - Eigenverantwortung
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    Jeder der solche Location betritt sollte sich klar sein was er macht. Wenn ich mich als S-Bahn Surfer an den Zug hänge, kann ich auch nicht verlangen das der Zugverkehr eingestellt wird. Auch Vorbild funktion kann ich hier nicht sehen, da ich ja nicht solche Leute mitnehme. Weil irgendwo irgendwer irgendwas schreibt enthebt mich das ja nicht von meiner eigenen Verantwortung. Ich bin es Leid das immer irgendein Schuldiger gesucht wird, wenn etwas passiert.

  • LosScherers
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    Vor allem wird immer die Schuld bei einem anderen gesucht, nicht aber beim Verunfallten.

    Man könnte ja mal bei GC.com eine Altersfreigabe für Caches "anfordern", freuen die sich bestimmt drüber.
    Nachtcaches erst ab 18. :roll:

  • DasLangeSuchen  - Eigenverantwortung bei Kindern?
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    Unabhängig, davon, wer eine solche Location betritt - egal, ob Cacher oder nicht - sollte sich im klaren sein, was dort passieren kann.

    Aber kann man dies auch von "Kindern" erwarten, die an der Schule an ein "spannendes" Hobby herangeführt werden?

    Die sehen im Listing nur, das haben andere aber auch gemacht.

  • -jha-
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    Wenn was passiert sind immer andere Schuld.
    Was soll denn noch mehr geschrieben werden als im Disclaimer von GC so schon drinsteht?

    Sorry, aber wer nicht lesen kann, der soll sich bitte ein neues Hobby suchen.

    Ich halte dieses Blogpost für ziemlich tendenziös, denn es klingt als würden ständig Geocacher auf LPs verunglücken.
    Wie oft kommt das denn vor?
    Sollte man dann nicht lieber Radfahrcaches verbieten? Ich bin im Winter schon zweimal bei solchen Caches gestürzt. Ist zwar glimpflich ausgegangen, aber schlimmere Folgen wären auch möglich gewesen....
    Vielleicht sollte man Cachelistings daher eine deutlichere Warnung hineinschreiben, bei Eisglätte Caches nicht mit dem Rad anzugehen...

  • JR849
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    Hmm, zwei Jugendlichen passiert etwas in einem LP (anscheinend keine Cacher) und daraufhin soll die Community umdenken?
    Ok, Bruckencaches darf es dann auch nicht mehr geben, da ist letztens einer runtergesprungen. An der Autobahnraststätte hat sich jemand umgebracht... Keine Autobahncaches mehr!
    An einer Straßenlaterne in Stuttgart ist ein älterer Mann beim Popeln hingefallen und hat sich einen Kratzer an der Hand zugezogen... sorry Jungs, Caches an oder in Leuchtweite von Lampen ist nicht mehr erlaubt!

  • DasLangeSuchen
    avatar

    Klar hat der Post eine gewisse Tendenz, jedoch habe ich kein Problem damit wenn jemand in Lost Places rumklettert, sich von Brücken abseilt oder ungesichert auf morsche Bäume kraxelt. Aber muss dan davon auch noch in den Logs zu einem Cache dazu geschrieben/bebildert werden?

    Ich habe mitbekommen, dass auf einem LP in der Region etwas passiert ist. Danach habe ich aus Interesse geschaut, ob es Dosen dort gibt. Und diese gibt es, sogar verantwortungsbewusst gelegt. Sie zeigt den Ort, ohne diesen direkt zu nutzen.

    Alles was darüber hinaus geht hat in meinen Augen nichts mehr mit dem Geocachen zu tun.

    Warum haben dann Fotos, welche offensichtlich vom Dach des Gebäudes geschossen wurden und Berichte aus dem inneren des Gebäudes etwas in dem Log zu suchen?

    Warum muss man dann in den Logs damit prahlen, dass der Cache zwar guidelinekonform war, man diesen aber gerne genutzt hat, um sich über das Cachen hinaus Zutritt zu dem Gelände/Gebäude zu verschaffen?

  • DerTonLebt  - Gegenfrage...
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    Warum meinen einige Gutmenschen, bestimmen zu müssen, welche Dummheiten andere nicht machen dürfen?

    Warum muss man jeden fremden Menschen bevormunden?

    Warum müssen einige sich in Caches einmischen, die sie selber nicht geloggt haben?

    Im konkreten Fall sind Dach und Obergeschoss des betreffenden Objektes mehr als offensichtlich marode und brüchig. Wer sich sehenden Auges darauf begibt, der qualifiziert sich automatisch für den Darwin-Award.
    Die Verunfallten waren allem Anschein nach noch nicht einmal Cacher, wie hätten sie also durch pöse Logfotos zu dieser Aktion verleitet werden sollen?

    Im Übrigen:
    Ich für meinen Teil wusste schon in viel jüngeren Jahren, dass Dächter kein guter Aufenthaltsort zum spielen sind.

    Wer Dummes tut, der muss mit den Konsequenzen leben.

  • Basti
    avatar

    Ich denke nicht das ein Umdenken erfordelich ist. Man findet LPs auch ohne GC.com, sie üben auch ohne Dose einen ungemeinen Reiz auf Menschen aus. Wenn etwas passiert ist es nicht die Schuld von dem der da eine Dose gelegt hat (gut, wenn die Dose mitten in einem Gebäude liegt wo alle paar Minuten ganze Dachbalken runter kommen kann man sich darüber streiten..) aber im Endeffeckt ist es dann immernoch an jedem selber das Gebäude zu betreten oder es eben zu lassen.

    Wenn die beiden Jugendlichen besser aufgepasst hätten, wäre wohl auch nichts passiert. Aber "Hätte der Hund nen Knochen gehabt hätte er auch den Postboten nicht gebissen"...

    Jeder wie er meint und wenn jemand sich einen solchen LP zutraut und ihm dennoch was passiert... dann ist das ganz einfach Pech. Ich kann auch auf dem Weg zum Supermarkt überfahren werden, deswegen verklage ich aber den Supermarkt nicht und bestelle nurnoch im Internet.

    Liebe Grüße

  • Ignore Lister
    avatar

    Nach meiner Erfahrung sind über 90% der sogenannten Lost Place-Caches nix anderes als umbenannte Müllkippen...
    Die landen bei mir, falls ich sie erkenne, automatisch auf der Ignore-List.
    Ansonsten:
    Hin... anschauen, ohne zu suchen weg und (s.o.) ab auf die Ignore-List.
    Man muss schon eine eigenartige Persönlichkeitsstruktur haben, um sich von so etwas angesprochen zu fühlen...

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