Lost Places – Ist ein Umdenken nötig?

Nach dem Unfall zweier 14 Jähriger in einer Industrieruine in der Nähe von Sankt Augustin stellt sich für mich die Frage, ob eventuell ein Umdenken bei Geocaches an bzw. auf Lost Place’s nötig ist.

Unabhängig davon, aus welchen Gründen sich die beiden Jugendlichen in diesem Fall auf dem Gelände in Gefahr gebracht haben, gibt es mindesten einen Cache der auf diese Industrieruine verweist. Zum Finden dieses Caches ist es nicht notwendig, sich in Gefahr zu begeben und gesperrte Bereiche zu betreten.

Aber reicht das?


Verführung zum Risiko

Wie bei solchen Caches häufig, sind auch hier sinngemäß Logs zu finden, wie:

„Die Dose haben wir schnell gehoben. Danach haben wir noch das Gebäude erkundet, war Klasse!“

Quelle: Frei nach einem Log

Suggerieren solche Logs, teilweise auch mit Fotos, nicht dem ahnungslosen – weil LP-unerfahrenen – Cacher, dass trotz der Hinweise des Owners im Listing ein Betreten der Ruine problemlos möglich ist?

Gerade, wenn man solche Bilder und Log’s im Kopf hat, wenn man sich auf die Suche nach der Dose begibt, erliegt man schnell dem Reiz des Abenteuers, als auf die möglichen Gefahren Rücksicht zu nehmen – je unerfahrener, desto schneller. Dann geht man einen Schritt weiter, schätzt Gefahren falsch ein oder überschätzt sich selbst. Selbst erfahrene LP-Erkunder bleiben nicht vor Überraschungen, die manche marode Bausubstanz bereit hält, verschont.

Sicherlich gibt es noch diverse andere Gründe weshalb Lost Places betreten werden – seinen es (Amateur-)Fotografen, Sprayer, Hobbyhistoriker, nicht nur Geocacher

Cacher werden jünger – und damit unerfahrener

Aber seit Schulen und Jugendorganisationen in Projekten, AG’s, auf Freizeiten oder in Jugendgruppen das Geocachen als Hobby fördern, dürfte das es einer der Gründe sein, die mit das jüngste Publikum ansprechen. Diese Institutionen bieten das Cachen zwar nicht mit der Intension an, Lost Places zu begehen, aber wird das Hobby privat weiter geführt, landet man früher oder später mal auf einem.

Klar, kann man sich auf den Standpunkt stellen, jeder muss wissen, was er tut, bzw. welche Dosen er sucht, und was er dann macht. Aber gilt dies auch für jede cachende Altersgruppe? In einer mir bekannten Schule wird eine Geocaching-AG ab der 7. Klasse angeboten (Alter ca. 12-13 Jahre).

Sollten Logs und Listings vielleicht ein wenig abgeklärter verfasst werden und die Gefahr solcher Plätze noch stärker mit in den Vordergrund gestellt werden?

Wenn ein Begeher einer Location schreibt, dass er schon ein mulmiges Gefühl hatte, als er Teile des Daches im Erdgeschoss gefunden hat, aber dennoch bis in die zweite Etage vorgedrungen ist, geht er dann nicht solchen (Jung-)Cachern mit schlechtem Beispiel voran? Spornt er nicht dazu an, vielleicht noch etwas mehr zu wagen?

Anmerkung: Auf Grund des sensibelen Themas Lost Places habe ich in diesem Artikel bewußt auf Links auf die zu Grunde gelegten Beispiele, Waypoints, Logs,…verzichtet, grundsätzlich dürfte dieser Sachverhalt aber bei vielen entsprechenden Locations ähnllich gelagert sein.

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