Trangia geschmolzen – Was habe ich verkehrt gemacht?

Ausgerechnet bei einem ersten Test habe ich meinen neuen Trangia zerstört. Wie es dazu gekommen ist, und welche Fehler ich dabei gemacht habe, möchte ich Euch kurz beschreiben. An Ende des Beitrages findet Ihr noch ein Video, in dem ich die Punkte noch einmal erläutere.

Warum einen Trangia?

Schon längere Zeit habe ich mich bereits vor dem Kauf mit dem Thema beschäftigt. Auf längeren Wanderungen, Radtouren, aber auch beim Camping, wollte ich hin und wieder mal eine Kleinigkeit unterwegs kochen. Nicht nur für mich alleine, sondern auch mit der Familie. Es sollte also keine eierlegende Wollmilchsau sein, sondern ein flexibles, für 1-4 Personen ausreichendes Kochsystem würde mir reichen.

Zunächst habe ich mich im Bekanntenkreis umgehört. Anschließend bin ich zum Outdoorausstatter meines Vertrauens, der nächsten Globetrotter-Filiale in Köln.

Dort habe ich mir die verschiedene Kochsysteme angeschaut und mich noch einmal beraten lassen. Letztendlich habe ich mich für einen Trangia 25-7 entschieden.

„Ein Kocher fürs Leben“. Trangia ist der Platzhirsch unter den Sturmkochern mit legendärem Ruf. Das Konzept mit effizientem und robusten Spiritusbrenner, Gestell und Windschutz, zwei Töpfen und einer Pfanne aus hartanodisiertem Aluminium passt für meine Zwecke. Als Extras habe ich dann noch den Espressostern und ein paar weitere Kleinigkeiten gewählt.

Katastrophe beim ersten Test

Mein Plan war, den Kocher zunächst auf einer kleinen Wanderung zu Testen. Kurzerhand wurde der Rucksack gepackt und es ging an den Rhein. Beim Testen habe ich dann durch Zufall meine Actioncam mitlaufen lassen, die nachher eine Fehleranalyse möglich machte, die ich gerne mit Euch teile.

Was waren die Fehler dafür, dass der Trangia geschmolzen ist?

Es war mit Sicherheit nicht ein Fehler, der dazu geführt hat, das die untere Halterung geschmolzen ist, sondern eine Verkettung mehrerer Umstände.

1. Untergrund

Den Kocher habe ich leicht schräg auf einem Holzstamm positioniert. Die sägeraue Holzfläche kann wie tausende Dochte wirken. Verschütteter Brennstoff kann auf einer solchen Oberfläche deutlich schneller und effizienter verbrennen.

Befüllung des Trangia auf einem Holzklotz

2. Ausrichtung nicht in den Wind

Mein Standort war am Rheinufer an einem leicht windigen Tag. An sich kein Problem, dachte ich, da der Trangia ja ein Sturmkocher ist. Allerdings war es auf Grund der wechselnden Windrichtungen nicht möglich, den Halter so auszurichten, dass die Öffnung in den Wind zeigt.

3. Befüllung des Kochers in der Halterung

Den Kocher habe ich in der Halterung befüllt. Das begünstigt, dass eventuelle Verschütten von Spiritus neben den Brenner, der dann unter dem Kocher verbrennen kann.

4. Brenner überfüllt

Beim Befüllen des Brenners habe ich nicht darauf geachtet, wie voll der Brenner ist. Vermutlich habe ich zu viel Spiritus eingefüllt. Dies begünstigt, dass beim Verdunsten/Vergasen des Brennstoffes, Flüssigkeit aus dem Brenner gedrückt wird.

5. Anzünden des Kochers mit einem Feuerstahl

Zum Anzünden verwendete ich einen Feuerstahl. Grundsätzlich ist das eine praktikable Methode. Dabei muss man aber genau darauf achten, beim Schlagen der Funken nicht an den Brenner zu stoßen. Anderenfalls kann Spiritus aus dem Brenner schwappen und unter dem Kocher verbrennen.

6. Kocher schief positioniert

Beim Aufstellen des Kochers habe ich zudem nicht darauf geachtet, dass diese gerade steht. In Kombination mit dem vermutlich zu vollen Brenner, begünstigte die Schieflage, dass unverbrannter Spiritus aus dem Brenner unter den Kocher läuft.

7. Pfanne falsch herum als Deckel genutzt

In verschiedenen Blogbeiträgen und Youtube-Videos sieht man häufig, dass die Pfanne auch falsch herum als Deckel genutzt werden kann, um die Hitze des Kochers effizienter zu nutzen. In meiner Situation bewirkte dies aber vermutlich einen Wärmestau.

Verkettung verschiedener Faktoren

Insgesamt ist festzuhalten, dass mehrere Faktoren begünstigten, dass Brennstoff unter den Kocher gelangen konnte. Dort konnte der Brennstoff aufgrund der rauen Oberfläche sehr effizient und heiß verbrennen. Das führte zu einem selbst verstärkenden Effekt, da durch die Verbrennung unter dem Brenner mehr Brennstoff verdampfen konnte und dabei mehr flüssigen Brennstoff aus dem Brenner gedrückt wurde und unter dem Trangia verbrannte.

Vermutlich hätte es ausgereicht, einen oder wenige dieser Faktoren zu beachten, und es wäre ein gemütlicher Nachmittag in der großen Outdoor-Küche geworden.

Die Trangia-Füllung wurde innerhalb von weniger als 6 Minuten umgesetzt. Normalerweise liegt die Brenndauer bei 15-20 Minuten.

Dabei wurde der Brenner so heiß, dass nicht nur das Aluminium der Halterung geschmolzen ist, sondern auch nur noch schwer zu Löschen war. Unter normalen Umständen reicht es aus, den Deckel auf den Brenner zu legen und die Flamme erlischt. In diesem Fall war der Brenner so heiß, dass auch unter der Abdeckung ausreichend Spiritus verdunstete, um weiter brennbares Gas aus dem Deckel zu drücken und die Flamme am Brennen zu halten.

Inzwischen habe ich mich mit dem Trangia angefreundet

Nach diesem Mega-Fail, der fast in einer kleinen Katastrophe endete, habe ich noch einmal mit dem Outdoorausrüster meines Vertrauens gesprochen, und habe mir einen neuen Halter bestellt, den es wie alle übrigen Teile auch als einzelnes Ersatzteil gibt.

Nachdem ich mich noch einmal intensiv mit dem Sturmkocher auseinander gesetzt habe nutze ich ihn inzwischen regelmäßig und koche gerne auf Touren darauf.

Video vom Probekochen, bei dem der Trangia geschmolzen ist

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